Um 1000-500 v. Chr. wanderten in Südamerika arawakisch sprechende Gruppen den Orinoko-Fluß entlang, bis sie sein Delta erreichten. Es waren frühe Bodenbauer und ihr Hauptnahrungsmittel war der Maniok. Über die See breiteten sich die Arawaken von Venezuela über Trinidad bis zu den Karibischen Inseln aus. Man fand auf Puerto Rico Spuren, die aus der Zeitenwende stammen.
Dabei verdrängten sie eine schon ansässige ältere Indianergruppe, die Ciboneys. Zur Zeit der Eroberung gab es noch kleine Ciboney-Gruppen im Südwestteil von Haiti und in Teilen Kubas. Diese Indianer kannten noch keine Keramik, verfügten aber über Kanus oder Flöße aus Balsaholz.
Die Arawaken (auch Tainos genannt) hingegen wurden später von den Kariben bedroht, die über die Kleinen Antillen einwanderten. Die Kariben waren ein sehr kriegerisches Volk. Außerdem verspeisten sie männliche Gefangenen (von ihnen kommt auch der Name "Kannibalen"), die weiblichen Gefangenen dagegen wurden in den Stamm aufgenommen.
Die Arawaken lebten vom Meer. Ihr wichtigster Gebrauchsgegenstand war das Kanu, das sie aus ausgehöhlten Baumstämmen fertigten. In solch einem Kanu konnten bis zu 20 Personen befördert werden. Neben dem Fischfang und der Jagd bauten die Arawaken Mais, Bohnen, Süßkartoffeln, Kürbisse und Maniok an. Auch Erdnüsse, Pfeffer, Ananas, Tabak und Baumwolle waren ihnen nicht unbekannt.
Die Gesellschaft der Arawaken war hierarchisch gegliedert. Häuptlinge kontrollierten die Wirtschaft und herrschten über Regionen, die größer als ihr Dorf waren. Es gab südamerikanische und mesoamerikanische Einflüsse. So gab es z. B. auch bei den Arawaken ein Ballspiel, das mit dem Opfertod endete.
In Form von Holzskulpturen, Masken und Amuletten wurden zahlreiche Schutzgeister (cemis) verehrt. Abbildungen dieser Schutzgeister kann man auch auf Höhlen- und Felswänden finden.