18.05.2012

 

Atahualpa

Quechua-Schreibung Atawallpa (auch Ataw Wallpa - »tapferer Truthahn«)

der letzte Inkaherrscher

* um 1500; † 1533 in Cajamarca

Atahualpa war der 13. und der letzte Herrscher des Inkareiches. Er war der Sohn des Inkakönigs Huayna Cápac, dem Vollender des Inka-Imperiums. Seine Mutter war die Tochter eines lokalen Herrschers aus dem Bereich des heutigen Quito, dessen Territorium unter Huayna Cápac von den Inka erobert worden war. Noch vor seinem Tod 1527 entschied Huayna Cápac, dass das Inkareich geteilt und von seinem Lieblingssohn Atahualpa sowie seinem ältesten Sohn Huáscar geführt werden sollte. Als sein Vater 1528 unerwartet an einer Pockenkrankheit starb, brach zwischen Atahualpa und seinem Halbbruder Huáscar ein erbitterter Streit aus. Durch die Zweiteilung des Reiches führte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern da die Erbfolge nicht genau geregelt war. Atahualpa verdrängte seinen Halbbruder, der wahrscheinlich doch der rechtmäßige Thronerbe war. In der Schlacht am Rio Apurimac besiegte Atahualpa 1532 seinen Stiefbruder Huáscar in Cusco und nahm ihn gefangen. Dieser Bürgerkrieg erschütterte die Grundfesten des Reiches und die Unzufriedenheit der unterworfenen Völker beschleunigte den Zusammenbruch.

Im April 1532 landeten Francisco Pizarro mit seinen Spaniern an der peruanischen Küste und wurden im Inkareich freundlich empfangen. Bereits einige Jahre davor wurden die Inka von neuartigen Krankheiten (Pocken und Masern) heimgesucht, die sich über Mittelamerika nach Süden ausbreiteten und tödlich verliefen. Als Atahualpa schließlich nach 5 Jahren als Sieger dastand, waren die Inkas so geschwächt, dass die Spanier mit nur 180 Mann, 27 Pferden und drei Kanonen das Inkareich erobern konnten. Pizarro fand kein starkes Reich vor, sondern einen Staat, der in einen Nachfolgekrieg zwischen den Brüdern Atahualpa und Huáscar verstrickt war. Damit war ihr Schicksal besiegelt. Bei den Begrüßungsfeierlichkeiten für den Fremden im Palast von Cajamarca ließ Pizarro den König gefangennehmen und 4000 Inkakrieger, die zum Zeitpunkt des Friedens unbewaffnet waren, niedermetzeln. Atahualpa bemerkte schnell, dass es die Spanier auf das Gold und Silber abgesehen hatten. Da Gold für die Inka nicht wertvoll war, sondern nur ein schönes Metall, versprach er als Lösegeld für sich den Raum, in dem er gefangen war (6,70m mal 5,20m), komplett mit Gold zu füllen. Außerdem wollte er noch eine Hütte zweimal mit Silber füllen. Das Gold, das Pizarro und seine Gefolgsleute bekamen, wog 13400 Pfund und das Silber 26.000 Pfund. Die Bevölkerung konnte die Forderung erfüllen. Athahualpa wurde jedoch nicht freigelassen. Der Tod des Königs war längst beschlossene Sache, denn die Eroberer glaubten, leichteres Spiel mit einem führerlosen Volk zu haben. Am 29. August 1533 wurde Atahualpa zum Feuertod verurteilt, dann aber "aus Gnade" erdrosselt.

Sein Reich fiel kolonialistischem Völkermord zum Opfer


© Indianer-Shop.de 2003-2012
Umsetzung - Indianer-Shop Esoterik-Links.de Counterservice und Webkatalog