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07.02.2012

 

Begriffe A - Z

Alaun                                  Den Navajo dient der Rohalaun als Beize beim Färben von Leder und Stoffen.

 

Appaloosa                           Cremefarbene und weiße Pferde, deren Fell ovale rotbraune, braune und schwarze Zeichnung hat und andere, deren Fell von der Vorderseite bis an die Flanke einfarbig und der Rest mit großen hellen oder weißen Flecken gezeichnet ist. Diese von den Palouse, die in der Nachbarschaft der stammesverwandten Nez Percé lebten, gezüchteten Pferde gehörten lange Zeit zu den Wunschträumen eines jeden Reiters, egal ob er ein Indianer oder Weißer war. Beim Appaloosa verbanden sich edle Rasse, Schnelligkeit, Ausdauer, Stärke und Klugheit miteinander. Er war etwas größer und stärker als die übrigen Pferde.

 

Atlatl                                   Speerschleuder, die aus einem kurzen Stock besteht, dessen Ende eine Kerbe aufweist, in die das Ende des Speers passt. Durch die Hebelwirkung lassen sich mit dem Atlatl bedeutend weitere Würfe erreichen. Nach dem Wurf bleibt er in der Hand des Werfers.

 

Azalea                                Felsenstrauch mit farbenprächtigen Blüten, der in Arkansas, Florida, Louisiana, North-Carolina, Tennessee und Texas wächst. Die Lipan-Apachen und Tonkawa gewannen aus den Blüten einen giftig-narkotischen Absud.

 

Baton                                  Zeremonienstock aus Knochen oder Horn (Geweih) als Zeichen der Autorität. Er wurde von Schamanen und Häuptlingen getragen.

 

Bestattung                          Die Indianer kannten folgende Arten der Beisetzung: das Begräbnis in ausgestreckter Stellung, Sitz und Hockergräber, Verbrennungen mit Urnenbegräbnis, Baumbestattung, Beisetzungen auf Gerüsten, Hausbestattung, Bootsbegräbnis und Versenken im Meer. Im Südwesten wurden die Toten außerhalb der Dörfer in Sitz- oder Hockerstellung beigesetzt. Die Leichenverbrennung war im allgemeinen im Gebiet des Stillen Ozeans, Baum- und Gerüstbestattung besonders in den Prärien und an der Atlantikküste üblich. Das Hausbegräbnis in einem Tipi oder einer anderen Behausung fand sich an den Großen Seen und in der Steppe. Das Bootsbegräbnis war im Gebiet des Columbia River der Brauch.

 

Bitterball                             Heilige Pflanze der Navajos, die als Grundlage für die Herstellung eines grünen Farbstoffes diente.

 

Black Drink                         (=schwarzer Trunk) Berauschender Absud des Stechapfels, der als Höhepunkt zum Grünen-Mais-Fest gereicht wurde.

 

Blasrohr                              In frühgeschichtlicher Zeit wurden von Irokesen-, Cherokee- und Muskhogee-Stämmen häufig Blasrohre verwendet.

 

Bonnet                                (=Haube) Kopfschmuck aus Adlerfedern der Prärieindianer. Ursprünglich wurde er von den Angehörigen der Sioux-Nation, wahrscheinlich der Mandan und Hidatsa, getragen und erst später von anderen Stämmen übernommen. Das Bonnet bestand aus einer randlosen Kappe aus weichem Leder, auf die ein Band mit Adlerfedern – verwendet wurden Flaumfedern, Flügel und Stoß – aufgenäht wurden. Zu manchen festlichen Gelegenheiten trug man dazu auch sog. Trailor, Federschleppen, die das Kopfschmuckband zu beiden Seiten bis knapp über den Boden verlängerten.

 

Büffelblutsuppe                    Die Suppe aus Büffelblut war ein Lieblingsgericht der Prärie-Stämme. Das Blut wurde meist in einer Büffelblase aufbewahrt.

 

Büffelsteine (i-nis-kiom)        Als Büffelsteine bezeichnet man das Schalengehäuse eines bestimmten Fossils (Ammoniten oder fossile Schnecken). Man sagt, dass, wenn man einen i-nis-kiom lange genug eingehüllt lässt, heckt er Junge. Man wird dann zwei kleine Steine ähnlichen Aussehens wie das Original in dem Päckchen finden. Der Gegenstand ist eine starke Medizin und verleiht seinem Besitzer eine große Macht über Büffel. Der Stein wird auf der Prärie gefunden und jemand der ihn entdeckt gilt als außerordentlich glückhaft.

 

Camas                                Diese essbare Wurzel bildete ein Hauptnahrungsmittel der meisten Stämme von Washington, Oregon und Montana. Nach dieser Wurzel war sogar eine Prärie im Gebiet der Bannock benannt. Die Camaswurzel ist eine Art Zwiebel, die in großen Mengen gesammelt und in Gruben geröstet wurde. Aß man diese gerösteten Zwiebeln nicht sofort, so wurden sie zu einem Brei zerstampft, zu Laiben geformt, erneut gebacken und als Vorrat aufbewahrt. Fiel einmal die Camasernte aus, gab es noch Konsewurzeln, Bitterwurzeln, Carum, wilde Karotten und verschiedene andere Wildgemüse. Hinzu kamen noch wilde Beeren, die in der Sonne getrocknet wurden und ebenfalls eine wichtige Nahrungsreserve darstellten.

 

Catlinit                                Roter Pfeifenstein, der nach dem Maler und Indianerforscher George Catlin benannt wurde.

 

Clan                                    Ein Clan besteht aus Personen eines Geschlechts, die demselben Verwandtschaftsverband angehören und den Ehepartnern der verheirateten Angehörigen. Ein Matriclan besteht aus Frauen der Verwandtschaft mütterlicherseits, ihren unverheirateten Söhnen und ihren Ehemännern; ein Patriclan aus den Verwandten väterlicherseits, ihren unverheirateten Töchtern und ihren Frauen. In beiden Fällen gilt die wirkliche oder metaphorische Clan-Verwandtschaft für alle Clan-Mitglieder und diese können einander nicht heiraten.

 

Cottonwood                         Baumwollbaum; kanadische Pappel

 

Erdhütte                              Die Erdhütten waren die Wohnungen der der Indianer des nördlichen  Nebraska, wie bei den Arikara, Hidatsa, Mandan, Pawnee und Omaha, die sie von frühesten Zeiten an bewohnten. Aber auch einige Stämme der Salish und Shahaptin lebten im Winter in Erdhütten. Diese Erdhäuser hatten eine solide Konstruktion aus Sparren, die an einem kräftigen, zentralen Rahmenwerk angebracht waren. Die Dach- und Wandsparren wurden mit Weidenzweigen, Gras, Grasnarbe und einer Lage Erde bedeckt. Oft wurde der ganze Bau auch noch ganz mit Grasbüscheln vervollständigt. Die sich nach innen neigenden Wände der Erdhütte waren teilweise Dach und Wand zugleich. Auf dem Dach dieser kräftigen und stabilen Bauten konnten problemlos mehrere Personen stehen. Vom Eingang zum Hauptteil des Hauses führte ein Gang. Der Fußboden war so ausgeschachtet, dass an die Innenwand entlang eine Bank schmiegte und der Raum selbst etwas höher wurde. Im Dach befand sich ein viereckiger Rauchabzug, unter dem das Feuer brannte. Die Bodenfläche einer solchen Erdhütte betrug üblicherweise etwa 35 qm und die Höhe vom Boden zur Decke ca. 3,30 m. Bedeutend größer aber wurden die Häuser für Festlichkeiten gebaut.

 

Erdtaucher                          Eine weit verbreitete Geschichte östlich der Rocky Mountains und in der subarktischen athapaskischen Region. In Kalifornien ist es gewöhnlich die Schildkröte oder die Ente, die den Schlamm vom Meeresboden heraufbringt. Bei den Stämmen des Ostens ist es die Bisamratte, die auf den Panzer der Schildkröte Schlamm speit und somit die Welt schafft.

 

Exkinoya                             Jährliche Hauptversammlung der Stämme der Blackfoot-Indianer, die während der bedeutenden religiösen Zeremonien des Sonnentanzes zusammentrat.

 

Falschgesichter                   Auch Schiefgesichter. Masken bei den Irokesen, die zu Heilzwecken benutzt werden und nicht reproduziert werden sollten. Das Völkerkundemuseum in Berlin besitzt einige schöne Stücke.

 

Federlanze                          Dieses kostbare Ausrüstungsstück bezeichnete den angesehenen Krieger. Die Federlanze war aber auch das Abzeichen bestimmter Männerbünde.

 

Federseil                             Eine Art Boa aus weißen Federn, die von Maidu-Tänzern als Schmuck getragen wurde.

 

Fetisch                               Ein Fetisch ist ein Gegenstand, von dem angenommen wird, dass er größere Kraft besitzt als das Objekt, das er darstellt. Er sollte, um wirksam zu sein, von einem Schamanen oder Priester der Indianer gesegnet worden sein. In den letzten Jahren sind Fetische vor allem von weißen Sammlern als Kunstgegenständen erworben worden.

 

Grashütte                            Große Grashütten waren unter den Stämmen der Caddo allgemein gebräuchlich. Kreisförmig wurden zunächst Stangen tief in die Erde gerammt und an de Spitze fest zusammengebunden. An diesem Rahmen wurden waagerecht leichtere Stangen angebunden und darauf schließlich ein dicker Grasbelag befestigt. Diese kegelförmigen Hütten waren solide und geräumig.

 

Heilpflanzen                         Mehr als zweihundert Heilmittel die von indianischen Stämmen benutzt wurden, sind im “United States Pharamacopeia“ (1820) und im „National Formulary“ seit dessen erster Ausgabe 1888 aufgeführt. Etwa zwei Dutzend davon wurden zunächst in Lateinamerika gefunden und später in die vereinigten Staaten eingeführt. Die bekanntesten dieser Substanzen sind Coca (Erythroxylon coca), das zur Herstellung von Kokain und Novokain benutzt wird, also als schmerzstillendes Mittel bei Zahnärzten etc., Chinin (Cinchona Pubescens), eine Rinde und bis 1940 das einzige Mittel gegen Malaria, Jimson Kraut (Datura sp.) als schmerzstillendes Mittel, Jalap als Abführmittel und Curare (Strychnos toxifera), benutzt in der Chirurgie um das Atmen für den Augenblick zu unterbrechen, währenddessen eine Gummiröhre statt Luftröhre bei einem Patienten eingeführt wird, um zu verhindert, dass er unter Betäubung erstickt.
Auf dem Gebiet von Nordamerika scheinen folgende Heilpflanzen ursprünglich entdeckt worden zu sein: Cascara (Rhamnus Pushiana) und Mayappell (Podophyllum peltatum) als Abführmittel, Pinkroot (Spigelia) gegen Würmer, Dogwood (Cornus) gegen Fieber. Virginischer Schlangenwurz (Aristolochia serpenteria) zur Anregung des Schwitzens, Blue Cohosh oder Squawwurzel (Caulophyllum thalictroides) als krampflösendes Mittel und zur Anregung der Menstruation. Diese Kräuter hatten oft tatsächlich eine heilende Wirkung. Die Dakota hatten mit den zerstoßenen Wurzeln des Stinkkohls ein Mittel gefunden, das Asthma linderte und die Kiowa bekämpften Schuppen mit Seifenkraut. Gegen Übelkeit tranken die Cheyenne einen Abguss von wilder Minze, während die Cree winzige Fichtenzapfen kauten, um Halsschmerzen zu lindern. Tollkirsche wurde bei den Comanche gegen Tbc eingesetzt, die Pawnee verwendeten die Indianerrüben bei Kopfschmerzen und die Ute gewannen aus der Garbe eine Salbe für Schnitte und Prellungen.
Das Parlament von Virginia belohnte 1738 Dr. John Trennent mit hundert Pfund, weil er die Klapperschlangen-Wurzel der Seneca zur Heilung von Brustfellentzündungen erfolgreich eingesetzt hatte. Die Seneca verkaufen bis heute Sassafras in den Strassen von Buffalo. Viele Arzneien der Indianer legten im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts weite Vertriebswege zurück. Davon sind am berühmtesten die Heilmittel der Kickapoo.

 

Indianer-Agent                     Beamter oder Beauftragter der US-Regierung für eine Reservation. Nicht selten hatten Indianer-Agenten Anweisung die traditionelle Lebensweise der Indianer abzuschaffen bzw. ihre religiösen Praktiken zu unterbinden. Es gab aber durchaus auch Agenten, die Interesse an den Sitten und Gebräuchen der Stämme entwickelten und diese in ihren Berichten nach Washington genau beschrieben.

 

Inipi                                    Schwitzhütte, die für Reinigungsrituale benutzt wird. Die kleine Hütte mit dem gewölbten Dach besteht aus einem Gerippe aus gebogenen Zweigen junger Weiden, über die Büffelhäute gespannt werden. In der Mitte der Hütte befindet sich eine kleine Vertiefung, in der Steine liegen, die vorher erhitzt wurden. Über sie wird eine Essenz aus Salbei gegossen. Während der vier Abschnitte des Schwitzens werden Gebete rezitiert, heilige Lieder gesungen und die Heilige Pfeife geht viermal im Kreis der Teilnehmer um. Vier ist, abgeleitet von den vier Himmelsrichtungen, die heilige Zahl der Indianer. Am Ende des Vierten Abschnitts wird die Tür geöffnet, damit das Licht herein kann. Anschließend kühlen sie sic im Fluss oder Schnee ab. Der Teilnehmer ist nun gewissermaßen rundum erneuert und betritt symbolisch die Welt des Lichts und der Weisheit.

 

Itany                                   Name eines Busches (Atriplex), dessen Samen von den Pima gegessen wurden.

 

Kaktusdornen                      Die Pima schützten mit den Dornen des Cholla-Kaktus (= lat. Opuntia Bigelovii) ihre Pflanzungen vor nächtlichen Räubern.

 

Kalumet                              Pfeife, die bei zeremoniellen Anlässen oder auch bei Friedensverträgen geraucht wurde.

 

Karigi (Quassi)                     eine Art Männerhaus, an dessen Bau alle Männer mitwirkten. Es bildete den Mittelpunkt eines Alaska-Eskimo Lagers.

 

Kiefernsamen                      Die Nüsse der Zucker- und Digger-Pinie (Pinus lambertiana und sabiniana) waren ein beliebtes Nahrungsmittel der kalifornischen Indianer.

 

Kiva                                    Unterirdischer Versammlungsraum der Stämme im Südwesten. Er ist durch die hoch aufragende Leiter kenntlich. Dort versammeln sich alle Mitglieder der Gemeinde, heute bei den Hopi beispielsweise zur Segnung der Maissaat durch die Kaschina-Tänzer. Es versteht sich dass Fotoaufnahmen durch weiße Touristen unerwünscht sind und unter Umständen zu heftigen Reaktionen der Indianer führen.

 

Klee                                    Ein von den kalifornischen Stämmen geschätztes Nahrungsmittel.

 

Koshare                              Heilige Clowns der Pueblo. Sie tragen auch heute noch schwarz-weiß gestreifte Bemalung und Kleidung. Berühmt sind die Koshare von Taos, die anlässlich des jährlichen St. Hieronymus-Festes in einer Mischung von Ritual und Clownerie auf die Spitze einer Stange klettern, um die dort befestigten Esswaren herunterzuholen. Erreichen sie die Spitze nicht, so gilt dies als ein böses Omen.

 

Kreosotebusch                    (= lat. Larrea mexicana) Ein Busch, der in Mengen in den Wüstenlandstrichen des Pima-Landes wächst und in seinen Blättern den Pima ein wichtiges Heilmittel lieferte. Das Harz, welches die Stiche eines Insekts (Carteria larreae) auf dem Busch erzeugte, diente den Pima zu mancherlei gewerblichen Zwecken.

 

Kuksu                                 großer Krankenheiler und Herrscher des Totenreichs. Zu seinen Ehren tanzten die Teilnehmer der Feier in Federkleidern mit Federhauben und mit bemaltem Gesicht.

 

Lagerkreis                           Der Lagerkreis war bei allen Prärie-Stämmen übliche kreisförmige Anordnung der Tipis. Diese kreisförmige Aufstellung der Zeltdörfer symbolisierte Einheit und Zusammengehörigkeit des Stammes oder das Volk, dessen Zeichen der Kreis war. Dieser Kreis wurde rituell durch einen Reifen versinnbildlicht.

 

Langhaus                            Hausform der Irokesen, in der mehrere Familien der gleichen Sippe lebten. Sie hatten Giebel- oder Tonnendächer und waren zwischen 15 und 30 Meter lang. Der Außenrahmen wurde mit Rinde bedeckt. Vom Eingang her zog sich ein Gang durch die ganze Länge des Baus. Auf beiden Seiten befanden sich Gelasse, die von jeweils einer Familie bewohnt wurde. In sie waren jeweils mehrere Plattformen eingepasst. Auf der unteren Plattform wurde geschlafen; die zweite, höher gelegene Plattform diente als Vorratsraum. Im Hauptgang befanden sich mehrere Feuerstellen, die von jeweils einigen Familien gemeinsam benutzt wurden. In einem Langhaus wohnten zwischen 20 und 100 Menschen. Das Langhaus war auch das Symbol für die Liga der Irokesen. Ihren Staatenbund stellten sie sich als ein Langhaus vor, das sich über das ganze Land hinzog. Die Mohawk bewachten die Osttür, die Seneca die Tür im Westen.

 

Lumbee                               Tausende in den Bergen von North-Carolina lebende Bauern, die zwar noch ihre indianische Abstammung nachweisen können, doch weder als Stamm bezeichnet werden können noch eine eigene Kultur haben. Auch leben sie in keinem Reservat und sind wahrscheinlich eine Mischung von Sioux und Algonkin.

 

Maroons                              Geflüchtete Negersklaven in den Südstaaten, die sich entweder zu eigenen Stammesverbänden zusammenschlossen oder von den Familien der Seminolen aufgenommen wurden. Der Name kommt vom spanischen „Chimarron“ und bedeutet Geächteter.

 

Medizinbündel                     Während der Vision oder im Traum erfuhr der Jugendliche welche Gegenstände – Federn, Steinpfeife, Lederstücke, Maiskörner – er sammeln müsse, um sie in einem kleinen Beutel aus Rehhaut oder Otterfell aufzubewahren. Medizinbündel des einzelnen spielten in der Religion der Indianer der Großen Ebenen eine wichtige Rolle. Mit jedem ist eine Ursprungsmythe verbunden, doch folgen all diese Mythen einem bestimmten Muster. Bei den Stämmen der Großen Ebenen wird das Bündel außerhalb des Wohngebäudes an einem Dreifuß aufgehängt. Mythe und Lied gehören dazu und können mit den Bündeln gekauft werden. Im Südwesten sind die Bündel Eigentum einer der zahlreichen Gesellschaften. In ihrer Wirkung geringer einzustufende Bündel wie Hexen- oder Regenbündel können dort auch Einzelpersonen gehören. Bei den Stämmen im Osten waren die Bündel dagegen Eigentum der Gruppe und mit deren Wohl und Wehe eng verbunden. Die Fürsorge für die Bündel war eine sich vererbende Aufgabe. Der Betreffende hatte dafür zu sorgen, dass das Bündel nicht nass wurde, menstruierende Frauen ihm nicht nahe kamen, ihm in gewissen Abständen Tabak geopfert und einmal im Jahre das Bündel erneuert wurde. Wenn die Gruppe als Ganze an einen neuen Ort umzog, wurde das Bündel an der Spitze des Zuges getragen und der es trug, achtete darauf, dass es nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kam. Die Wirksamkeit und Bedeutung, die die Gegenstände des Medizinbündels besaßen, wurden meist in Mythen des Stammes klargestellt.

 

Mescal                                Aus der Agave Mescal, auch Peyotl genannt, gewonnenes Getränk von wie trüber Bernstein aussehender Farbe und mit eigenartigem Fuselgeruch, das rauschartige Zustände hervorruft. Die Agave Mescal ist eine Pflanze, deren fleischige, tortenstückförmige Bestandteile halb in und halb über der Erde wachsen. Die Indianerinnen des Südwestens und Mexikos legten die grünen Mescalstücke in große, flache Schalen, zerquetschten sie mit steinernen Mörsern und stellten den so entstandenen Brei in die heiße Sonne. Durch den Gärungsprozess entstand daraufhin das berauschende Getränk.

 

Mesquite                             (= span. Mezquite) Eine in Form von Sträuchern oder kleinen Bäumen wachsende, dornige Pflanze aus der Familie der Bohnengewächse.

 

Midewigan                           Festhütte, in der die Mide-Zeremonien stattfanden.

 

Moiety                                Stammeshälfte oder Dorfhälfte in einer meist kultischen Zweiteilung der Gruppe.

 

Mokassins                          Strapazierfähiger indianischer Schuh aus Rohleder, geschnürt und meistens mit Ornamentstickerei sowie Perlen oder Stachelschweinborsten verziert. Mokassin-Stiefel waren schaftähnliche Rohledergamaschen gleicher Länge, wie sie bei den Blackfoot in Gebrauch waren oder Schuhe mit kniehohen angenähten Rohlederschäften, wie sie von den Apachen vornehmlich bevorzugt wurden.

 

Mokassinspiel                     Glücksspiel der Ojibway, bei dem 8 einander gegenübersitzende Männer erraten mussten, unter welchem der in einer Reihe vor ihnen liegenden Mokassins eine Kugel verborgen war. Durch das dabei übliche ununterbrochene Schlagen der Reifentrommel gewann das Spiel etwas Erregendes, Unheimliches und wurde oft zu einem regelrechten Sitztanz, bei dem sich die Gesichter fanatisch verzerrten und die Hände rhythmische  Gesten ausführten, welche die Spielbewegungen zur Zeremonie erhoben.

 

Muschelperlenschnüre          Bei den zentralkalifornischen Stämmen waren Stränge aus aufgereihten Scheibchen der Muschelperle (Saxidomus Nuttallii) als Zahlungsmittel allgemein üblich.

 

Netzradspiel                        Ein allen Prärie-Stämmen bekanntes Spiel, bei dem es darauf ankam einen Pfeilstab durch die Maschen eines mit einem Sehnennetz bespannten, rollenden Holzrades zu werfen. Der Haupttreffer war der Wurf durch die Mittelmasche.

 

Ongwe                                Urbilder aller Dinge, Erscheinungen und Wesen, also auch der Menschen, die nach irokesischer Vorstellung im Himmel existierten.

 

Papoose                             Bezeichnung für Säuglinge und Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr.

 

Persimmonbrot                    Früchtebrot der Algonkin aus Persimmon, der amerikanischen Dattelpflaume.

 

Petroglyphen                       Felszeichnungen, die sich im Südwesten finden und wahrscheinlich von den Anasazi hergestellt wurden.

 

Pflaumenkernspiel                Dieses Spiel war bei den östlichen Indianerstämmen, wie den Algonkin und Irokesen, sehr verbreitet. Das Spielzubehör bestand aus 4, 6 oder 8 auf einer Seite bemalten kernen, die in einer Holzschale geschüttelt und hoch geschleudert wurden. Dabei kam es darauf an dass möglichst viele Kerne mit der bemalten Seite nach oben lagen.

 

Pinole                                 Mehl aus geröstetem Mais, etwas Zucker und Mesquite-Bohnen. Pinole war eine begehrte Beute der Apachen von den Mexikanern.

 

Pone                                   Indianisches Maisbrot

 

Popcorn                              Puffmais, der aus auf heißen Platten getrockneten und geplatzten grünen Maiskörnern von den Algonkin hergestellt wurde.

 

Quillarbeit                            Besticken von Kleidung, Taschen, Mokassins usw. mit Stachelschweinborsten. Dies war eine der Hauptarbeiten der indianischen Frauen und Mädchen.

 

Quiver                                 Pfeilköcher, dessen Maße sich nach der Länge des Bogens und der Pfeile richtete. Östlich der Rocky Mountains und in Kanada wurde zur Herstellung des Quivers hauptsächlich Hirschleder verwendet. An der Pazifikküste nahm man dazu Zedernholz. Aber auch das Leder von Pumas, Ottern und Coyoten fand dafür Verwendung.

 

Rassel                                Dien Rassel war für den indianischen Schamanen ein wichtiges Musikinstrument, das seinen Tänzen, Zeremonien und Beschwörungen die akustische Untermalung gab. Meist wurde eine so genannte Medizinrassel aus einem Flaschenkürbis mit perlenverziertem Griff hergestellt.

 

Ruhematte                          Der Prärie-Indianer lehnte sich beim Sitzen und Ruhen gegen eine an einem Dreifuß aufgehängte Matte.

 

Sagamité                            Hauptspeise der Irokesen. Das Sagamité bestabd aus einem Brei von gekochtem Mais, Gemüse (Bohnen oder Kürbis), zerhacktem Fleisch und Biber- oder Bäernfett.

 

Sandalen                             Ursprünglich trugen Pueblo-Indianer ausschließlich geflochtene Sandalen statt lederner Mokassins.

 

Scabbard                            Lederne Gewehrtasche, die mit zwei Riemen am Sattel befestigt wurde.

 

Sipapu                                Öffnung im Fußboden einer jeden Kiva der Hopi, die die Öffnung gleichen Namens, aus der nach deren Glauben in der Urzeit die Stämme hervorkamen und durch das die Toten hinabsteigen, symbolisierte.

 

Skalp                                  englisches Wort für Kopfhaut. Skalpieren bedeutet jemandem die Kopfhaut abziehen. Das Skalpieren des Feindes geht auf die ältere Sitte, die der Kopftrophäe zurück. Man glaubte, dass im Kopf des Menschen magische Kräfte konzentriert seien, die sich andere durch die Erbeutung und Aufbewahrung von Köpfen nutzbar machen könnten. Beim Skalpieren wird angeblich damit jener Bereich des Feindes fortgenommen, in dem die Selbstachtung des Menschen ihren Sitz hat.

 

Spielknöchelchen                 Ratespiel der Maidu und deren benachbarter Stämme. Die Spielknöchelchen waren teils markiert und teils unmarkiert. Der Gegner musste erraten in welcher Hand der Spieler den markierten oder unmarkierten Knochen hatte, wobei diese fortwährend möglichst schnell und unauffällig miteinander vertauscht wurden.

 

Spießrutenlauf                     Brauch der Indianer an den Großen Seen Gefangene der heimkehrenden Krieger auf diese grausame Weise zu empfangen. Besonders die Ojibway und die Ottawa pflegten dies zu tun, wobei ihnen ihre Frauen und selbst die Kinder nach Kräften halfen.

 

Taktstöcke                          Den Indianern dienten Taktstöcke vielfach als Rhythmushilfe bei einem Vortrag.

 

Tamborcito                          Kleine Holz- oder Kürbistrommeln der Yaqui, die entweder mit Kalbfell oder auch mit Menschenhaut überzogen waren. Die Krieger der Sierra del Bacatete benutzten sie als Signal für wichtige Nachrichten. Das kleine Holz- oder Kürbisbecken wurde nur mit einem Klöppel geschlagen, denn die Yaqui trommelten auch im Kampf, während sie in der rechten Hand das Gewehr trugen.

 

Tiswin                                 Schwaches aus Maiskörnern hergestelltes Bier und Lieblingsgetränk der Apachen. Maiskörner wurden eingeweicht und, wenn sie gequollen waren, getrocknet, zermahlen und mit Wasser vermengt. Dieses Gemisch wurde an einem warmen Platz zur Gärung gebracht und in Schlauchbottichen aufbewahrt. Nachdem das Getränk eine gewisse Zeit gelagert worden war, wurde es aus den Schlauchbottichen abgezogen und in große Kürbisse gefüllt.

 

Tohafs                                 (= lat. Encelia farinosa) Ein Busch, dessen weißliches Harz von den Pima gekaut wurde.

 

Totem-Pfähle                       kommen vor allem bei den Stämmen und Völkern an der Nordwestküste vor. Traditionell waren das aus schweren Zedernholzstämmen bestehendes inneres Gebälk und die zentralen Giebelpfosten eines Hauses dieser Stämme, geschnitzt und bemalt. Daraus entstand der Totempfahl, der eigentlich ein Familienwappen ist und erst in neuerer Zeit (1850 – 1900) eingeführt wurde. Die Totemtiere auf dem Pfahl sollen die Familie beschützen, bilden aber auch wichtige Ereignisse der Familiengeschichte ab.

 

Trauerpech                          Bei den zentralkalifornischen Stämmen war es Sitte, dass nach dem Tod eines Familienmitglieds die Hinterbliebenen sich zum Zeichen der Trauer ein Gemisch von Holzkohle und Fichtenharz auf Gesicht und Brust schmierten.

 

Wasserrose                         Die Klamath und Modoc Kaliforniens verarbeiteten den Samen der gelben Wasserrose, der bei ihnen Wokas hieß, zu einem wichtigen haltbaren Nahrungsmittel, dass sie für einen Teil des Jahres versorgte.

 

Yeponim                             Mitglieder des geheimen Männerbundes der Maidu.


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