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Choctaw
| Geographische Region: |
Südosten (Mississippi) |
| Sprachgruppe: |
Muskogee |
| Wohnstätte: |
Strohhütte |
| Hauptnahrungsquellen: |
Mais, Fisch |

Die Choctaw sind ein nordamerikanischer Indianer-Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, der am unteren Mississippi lebte und zu den Fünf zivilisierten Nationen gehörte. Die Choctaw (Chata), deren ursprünglicher Name okla homa („rote Leute") bedeutete, kamen vom Unterlauf des Mississippi und waren einst mit den Chickasaw verwandt. Ursprünglich lebten sie in jenem Gebiet, das heute die US-Staaten Georgia, Alabama, Louisiana und das südliche Mississippi umfasst. Sie waren am Anfang des Eindringens der Weißen mit ihrem späteren Bruderstamm der Chickasaw verfeindet. Da die Choctaw im Süden lebten, wurden sie Verbündete der Franzsosen, die Chickasaw der Briten.
Die Gesellschaft der Choctaw ist in zwei Gruppen oder iksas organisiert, durch die sich die Heirat regelt. Kinder gehören zur iksa ihrer Mutter und können nur in den anderen iksa heiraten. Politische Macht wird über die Frauen vererbt. Der Neffe des Häuptlings, der Sohn dessen Schwester, wurde traditionsgemäß sein Nachfolger. Die höchste Gottheit der Chocktaw war die Sonne, verkörpert auf Erden durch das Feuer. Tote wurden auf eine Plattform gelegt und so Ihre Überreste der Sonne dargebracht.
Die Choctaw waren weniger kriegerisch als ihre Feinde, die Chickasaw und die Creek. Sie lebten in Stroh bedeckten Hütten aus Lehm verschmierter Baumrinde und ernährten sich vorwiegend von der Landwirtschaft. Mit Hilfe einfacher Werkzeuge bauten sie Mais, Bohnen, Süßkartoffeln, Kürbisse und Tabak an. Nach dem Kontakt mit weißen Siedlern betrieben sie auch Rinderzucht. Den erwirtschafteten Überschuss verkauften sie oder tauschten ihn gegen andere Waren ein. Neben der Landwirtschaft lebten die Choctaw von Fischfang und von der Jagd, zu der sie Blasrohre und Pfeile benutzten. Wie die Seminolen und die Chickasaw züchteten auch sie eigene Pferderassen.
Die Stammesgeschichte berichtet von einem nanih waya („arbeitender Berg"). Er sei von einem großen, roten Mann gebaut worden, der anschließend das Volk der roten Leute schuf. Nanih Waya ist wahrscheinlich ein indianischer Kulthügel im Winston County, Mississippi. Hier veranstalteten die Choctaw 1828 ihren letzten großen Stammesrat.
Die Choctaw waren einer der ersten Indianerstämme Nordamerikas, die Bekanntschaft mit den europäischen Kolonisatoren machten. Sie kamen auf kriegerische Weise durch einen Angriff De Sotos am 18. Oktober 1540 mit den Weißen in Berührung. Sie griffen die eine Spur der Verwüstung ziehende Expedition Hernando de Sotos an und stellten sie bei Mabilla im heutigen Alabama zum Kampf. Innerhalb von neun Stunden starben 20 Spanier, weitere 20 wurden tödlich verwundet, keiner der Choctaw überlebte, die 2000 bis 6000 Krieger starben im Kampf, wurden hingerichtet oder begingen Suizid. Die Hauptstadt der Choctaw brannte nieder.

Zu Beginn der Kolonisierung durch die Weißen waren sie mit den Chickasaw verfeindet. Sie akzeptierten die Franzosen in ihrem Gebiet und schlossen sich mit ihnen zusammen, um gegen die Briten, die sich mit den Chickasaw verbündet hatten, zu kämpfen. Im Kampf gegen die Creek nach dem Überfall am 30. August 1813 auf das amerikanische Fort Mims im Süden Alabamas unterstützten sie, unter Führung Ihres Häuptlings Pushmataha den General und späteren US-Präsidenten Andrew Jackson. Bis zum 18. Jahrhundert gab es jedoch nur spärliche Kontakte. Damals lebten rund 20.000 Choctaw in 115 Dörfern. Sie verbündeten sich mit den Franzosen gegen die Engländer, die Chickasaw und die Natchez. 1736 bildete sich jedoch eine pro - englische Gruppierung innerhalb des Stammes.
Nach dem britischen Sieg über die Franzosen 1763 kam es zu einem Vertrag mit den Engländern, obwohl die Choctaw, auch weiterhin, eher den Franzosen zugeneigt waren. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges unterstützte der Stamm die Amerikaner. In Hopewell, South Carolina, schloss er 1786 seinen ersten Vertrag mit der jungen USA.
Die Choctaw verstanden sich gut mit den Weißen und halfen deshalb General Jackson beim Kampf gegen die Creek. Ab 1820 wurden die Choctaw sesshaft und begannen auch die Chickasaw mit der Viehzucht und erbauten Schulen. Von da an war ihr Schicksal eng mit den Chickasaw verbunden. Ihre Lebensart glich sich denen der Weißen an. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Volk etwa 21.000 Mitglieder. Nach dem „Trail der Tränen“ (Zwangs-Umsiedlung in das Indianer-Territorium Oklahoma), bei der von etwa 14.000 Indianern 4.000 starben, gründeten die Stämme der Seminolen, Creek, Cherokee, Choctaw und Chickasaw 1859 die Die fünf zivilisierten Nationen. Die restlichen 7.000 Choctaw verblieben in Mississippi. Die Choctaw hatten eine genau so hohe Kultur wie die Cherokee.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Choctaw von europäischen Siedlern immer weiter nach Westen vertrieben. Ab 1820 nahm der Druck auf die Indianer westlich des Mississippi spürbar zu. Die Choctaw erhielten neues Land in Oklahoma, auf der Suche nach Wild waren einige ihrer Jäger schon voraus gezogen. Am 28. September 1830 schloss der Stamm einen Vertrag mit den USA, nach diesem Vertragswerk sollte der Stamm sein Land am Mississippi aufgeben, um dafür im Austausch neue Gebiete im gesamten südlichen Teil des zukünftigen Indianer-Territoriums zu erhalten. 1842 hatten sie den größten Teil ihres Landes an die Regierung abgetreten. Sie mussten in Reservate im heutigen Oklahoma ziehen. Ähnlich den Creek, Cherokee, Chickasaw und Seminolen übernahmen auch die Choctaw viele Elemente der europäischen Kultur. Sie gehören deshalb zu den so genannten „Fünf zivilisierten Nationen“, die schriftlich niedergelegte Verfassungen, Schulen und Zeitungen besaßen. Im Amerikanischen Bürgerkrieg kämpften die Choctaw auf der Seite der Konföderierten. An den Vorbereitungen zur Gründung des Staates Oklahoma (1907) waren die Choctaw beteiligt. Die neue Verfassung des Volkes der Choctaw trat am 3. Juni 1834 in Kraft. 1837 erteilten die Choctaw den Chickasaw die Erlaubnis, innerhalb ihres Gebietes zu leben. 1855 formierten sich die Chickasaw hier zu einer eigenen Nation. Im Bürgerkrieg kämpften Einheiten beider Stämme auf Seiten der Südstaaten. Nach dem Bürgerkrieg kam die Idee auf, alle Stammesräte im Indianer-Territorium in einer einzigen Regierung zu vereinen. Es war der Choctaw-Delegierte Allen Wright, der den Namen „Oklahoma" für das gemeinsame Territorium vorschlug - 1890 wurde ein Teil des Indianer-Territoriums so genannt. 1907 vereinigten sich Indianer-Territorium und das weiße Oklahoma zum gleichnamigen US-Bundesstaat. Doch nach dessen Gründung lösten sich die meisten Stammesregierungen auf, die Ämter des Oberhäuptlings, des Staatsanwalts und Bergbautreuhänders wurden allerdings noch bis 1948 beibehalten. Auch in der heute noch gebräuchlichen Form der indianischen Selbstverwaltung, dem Choctaw-Stammesrat, gibt es das Amt des Häuptlings.

Nach der Bestimmung des Indian Reorganization Act von 1934 wurde ein neuer Stammesrat in Mississippi für jene Choctaw gegründet, die im traditionellen Territorium nahe am historischen Nanih Waysa zurückgeblieben waren. Im April 1945 erhielten sie eine Verfassung, 1973 wurde ein Choctaw zum Leiter der Reservatsbehörde von Mississippi ernannt. Die Choctaw-Messe Mitte des Jahres ist ein herausragendes soziales Ereignis im Leben der Indianer, die im historischen Heimatland nahe des Nanih Waya - Hügels leben. Zur Freude der Zuschauer werden auf dem Markt bei Gelegenheit Stickball-Turniere (heute als „Lacrosse“ in Kanada, England und Frankreich sehr gern gespielt), ein uraltes Spiel der Indianer, ausgetragen.
Die meisten Choctaw in Mississippi sind heute zweisprachig, in fast allen Familien dient der Stammesdialekt als Umgangssprache. 1831, vor der Umsiedlung in das Indianer-Territorium, gab es 19.554 Choctaw in Mississippi, 1837 umfasste die neue Choctaw Nation 12.500 Personen. Etwa 2.500 waren bei dem entbehrungsreichen Treck ums Leben gekommen. 1904 gab es 17.775 Choctaw im Indianer-Territorium, das sich bald in den Bundesstaat Oklahoma verwandeln sollte. 2.225 dieser Stammesmitglieder waren nach dem Bürgerkrieg aus Mississippi angekommen. Nach der Zählung von 1985 lebten 20.054 Choctaw im Bereich der Talihina-Behörde von Oklahoma und 9500 im Bereich der Stammesbehörde von Mississippi und in Louisiana.
Pensacola: (= Das-haarige-Volk). Sie sind eine Untergruppe der Choctaw, der in Pensacola im US-Staat Florida wohnte. Die Pensacola waren schon vor Ankunft der Spanier 1696 bereits ausgerottet.
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