17.05.2012

 

Eskiminzin

 

Aravaipa-Apache

(*um 1825 – 1890)

Der Pinaleno-Apache Eskiminzin heiratete bei den Aravaipa, einem Apachen-Stamm, der zwischen dem San Pedro River und den Galiuro Mountains am Aravaipa Creek beheimatet war, ein und wurde schließlich ihr Oberhäuptling. Er war ein untersetzter, leicht krummbeiniger Mann, mit einem sympathischen breiten Gesicht. Eskiminzin war zwar ruhig und umgänglich, doch hatte er ein leicht aufbrausendes Temperament. Im Februar des Jahres 1871 suchte er deshalb mit seinen Stammesangehörigen das Camp Grant bei Tucson, Arizona auf, um Frieden mit den Weißen zu schließen. Der dortige Kommandant Lieutenant Whitman hatte aber nicht die Befugnis einen solchen Vertrag zu schließen, da sein Außenposten am Zusammenfluss des Aravaipa Creek und des San Pedro River zu klein war. Er erteilte den Aravaipa aber die Erlaubnis als Kriegsgefangene ohne Waffen nahe dem Camp zu bleiben.

Die Aravaipa errichteten einige Meilen flussaufwärts ihr Lager, wo sie Mais anbauten, Agaven sammelten und Wurzelknollen kochten. Dieses friedliche Nebeneinander zweier Feinde war so erfolgreich, dass sich mehr als 100 andere Apachen den Aravaipa anschlossen. Dieser Frieden fand aber ein jähes Ende als am 13. April 1871 vier getötete Amerikaner in der Nähe von San Pedro gefunden wurden und die Bürger von Tucson die Aravaipa der Schuld bezichtigten. Nach einer Reihe von Überfällen, die man Eskiminzins Leuten in die Schuhe schob, griff eine Bürgerwehr aus Tucson Camp Grant an. Am 28. April ritten der erfahrene Indianerkämpfer Oury, 42 Mexikaner, 92 christliche Papago-Krieger und sechs Amerikaner zum Dorf der unbewaffneten Aravaipa und eröffneten ohne vorherige Warnung das Feuer. Nach nur knapp einer halben Stunde waren sämtliche Apachen tot, geflohen oder gefangen genommen worden. 144 Aravaipa fanden den Tod, darunter auch zwei der Frauen des Häuptlings und fünf seiner Kinder und 27 Kinder wurden von den Papago in die Sklaverei verschleppt.

Erst nach drei Monaten war Eskiminzim wieder bereit Friedensverhandlungen mit Lieutenant Whitman aufzunehmen. Als dieser sein Ehrenwort gab, die Mörder vor ein Gericht zu bringen, errichteten die Aravaipa ihr Lager wieder. Jedoch wurden die Mörder von ihrer Tat freigesprochen. Die Regierung war gegen diesen Standort und ließ die Aravaipa einige Jahre lang von einem Ort zu einem anderen umherziehen. Nachdem das Indianerlager wieder aufgebaut war, beschloss die Regierung Camp Grant 100 Kilometer nach Südosten zu verlegen. Im Februar des Jahres 1873 wurden deshalb die Aravaipa in die San Carlo Reservation umgesiedelt. Als sie auch hier ihr Lager wieder aufgebaut hatten, kam es zu einem Aufstand, an dem sich aber die Aravaipa nicht beteiligten. Da jedoch Lieutenant Almy getötet wurde, wurde auf Befehl Crooks Eskiminzin vorsorglich festgenommen.

Eskiminzin und seine Leute flohen in der Nacht des 04. Januars 1874. Vier Monate verweilten sie in den Bergen auf der Suche nach einer Zuflucht und nach Nahrung. Um endlich Frieden zu finden, kehrten sie im April in die Reservation zurück. Hier wurden Eskiminzin und seine Unterhäuptlinge festgenommen und gefesselt in Ketten in das Camp Grant überführt. Der Indianer-Agent John Clum brachte sie im Sommer in die San Carlos Reservation zurück. Zwölf Jahre lang bis 1886 lebten die Aravaipa in Frieden und hatten in dieser Zeit ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit erreicht als Eskiminzin beschuldigt wurde, mit dem Banditen Apache Kid gemeinsame Sache zu machen. Schuldlos wurden er und seine 40 Leute in die Verbannung nach Florida zu den Chiricahua geschickt. Die Aravaipa und Chiricahua wurden später nach Mount Vernon Barrocks in Alabama verlegt. General Crook, John Clum und Hugh Scott - weiße Freunde der Apachen, erreichten gegen den Widerspruch General Miles und des Kriegsministeriums, dass die Aravaipa unter Führung ihres Häuptlings Eskiminzin nach San Carlos zurückkehren durften und nicht in der vom Fieber verseuchten Region am Mobile River dahinsiechen zu brauchten.


© Indianer-Shop.de 2003-2012
Umsetzung - Indianer-Shop Esoterik-Links.de Counterservice und Webkatalog