17.05.2012

 

Geographische Region: Südwesten (Arizona, New Mexico, Colorado)
Sprachgruppe: Uto-Aztekisch
Wohnstätte: Pueblo (Lehmhaus)
Hauptnahrungsquellen: Wildpflanzen, Mais

Hopi - Nordamerikanische Indianer, die zur uto-aztekischen Sprachfamilie gehören. Der Name Hopi kommt von"hopitu" = "die Friedlichen". Sie sind ein Volksstamm vom Zweig der Shoshone. Die früher abwertend Moqui genannten Hopi sind Teil der Gemeinschaft der Puebloindianer des Südwestens. Nach ihrer kulturellen Entwicklung waren sie ein hochkultiviertes Volk. In ihrer kulturellen Tradition werden sie oft mit den Zuni und den Pueblo Indianern in Verbindung gebracht. Alle diese Völker lebten in Pueblos, Städten aus häufig mehrstöckigen, rechteckigen Häusern. Der Name Pueblo stammt von dem spanischen Wort für "Dorf". Sie leben in 25 unabhängigen Pueblos im Nordosten Arizonas. In diesen Pueblos konnte sich die Kultur der Hopi trotz aller Einflüsse erhalten.

Die Vorfahren der Hopi wanderten vor mehr als tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung in den nordamerikanischen Südwesten ein. Schon vor Entdeckung Amerikas durch Kolumbus lebten die Hopi in den Hochebenen des nordöstlichen Arizona und entwickelten die Ackerbaukultur. Um 700 n. Chr. hatten sie eine hochstehende Landwirtschaft entwickelt. Sie legten mitten in der Wüste ein Bewässerungssystem an. Die Felder gehörten der Sippe, jede Familie bestellte die ihnen zugeteilte Fläche. Sie bauten Mais, Bohnen, Kürbis und Baumwolle an. Um 1100 n. Chr. verließen sie ihre Erdhöhlen und begannen mit dem Bau mehrstöckiger Ziegelhäuser. Die ersten Städte wie Oraibi und Mesa Verde wurden gegründet. Weitere Siedlungen waren: Awatobi, Battouse, Batni, Chakpahu, Esperiez, Hano, Hotavila, Hungopavi, Kaekibi, Kawaika, Kisakobi, Kuchaptuvela, Lengyanobi, Mishongnovi, Moenkapi, Palatki, Shipaulovi, Shitaimu, Shungopovi, Sichumovi, Sikyatki, Tukinobi, Walpi und Wipho. Oraibi ist der Ort, an dem die beiden heiligen Medizinbündel aufbewahrt werden, die den Bestand der Welt garantieren. Dem ersten Kontakt mit Coronado 1541 folgte der Zustrom spanischer Abenteurer und Missionare. 1680 revoltierten die Indianer gegen die Spanier. Während des Aufstands zog sich die Hopi Bevölkerung ins entlegene Gebirge zurück, wo bereits kleinere Dörfer existierten.

Traditionen, Bräuche und soziale Strukturen der Hopi sind nahezu identisch mit denen anderer Puebloindianer. Sie bauen Mais, Bohnen, Kürbisse und verschiedene Obstsorten an. Auch flechten sie Körbe, weben Decken, töpfern und schnitzen. Dieses Kunsthandwerk zählt heute zu den wichtigsten Einkommensmöglichkeiten der Hopi. Die Häuser der Hopi werden von den Frauen gebaut und bestehen aus grob behauenen, verputzten Steinen. Die von Balken gestützten Decken bestehen aus einem Gemisch von Reisig und Ton. Die Böden sind mitunter gefliest. Innenwände werden in der Regel mit Gips geweißt und manchmal mit einfachen geometrischen Linien verziert. In den traditionellen Hopi-Behausungen gab es oftmals T-förmige Eingänge, die zugleich die einzige Lichtquelle waren.

In den Clans der Hopi herrscht Exogamie: Die Heirat zwischen den verwandten Mitgliedern eines Clans ist also nicht erlaubt. Die Ehen der Hopi sind monogam. Die Erbfolge ist matrilinear geregelt. Die Abstammung bezog sich immer auf die Mutter. Sie war auch das Oberhaupt der Familie und der Familienbesitz gehörte auch ihr. Der Häuptling stammte aus der Hauptlinie einer Sippe, dessen Oberhaupt die Sippenmutter, wird auch als Matrone bezeichnet, war. Sie besaß zwar keine formellen Rechte, aber jeder hörte auf ihren Rat.

Ein Nachkomme von ihr wurde neuer Häuptling und erbte das Amt mit den Insignien. Eine Frau wurde von einem Mann aus einer anderen Sippe geheiratet. Zu ihrer Sippe gehörten dann auch seine Kinder. Der Mann lebte als Gast im Haus seiner Schwiegermutter und besaß nur eingeschränkte Erziehungsrechte der Söhne. Er lehrte sie in allen notwendigen Tätigkeiten, die ein Mann später wissen musste, spielte mit ihnen, durfte sie aber nicht bestrafen, da er nicht der Sippe angehörte. Die Bestrafung übernahm der Bruder oder Oheim der Mutter als Sippenhaupt.

Bei den Hopi werden im jahreszeitlichen Zyklus Zeremonien durchgeführt, manche von diesen in unterirdischen Zeremonienkammern, den so genannten Kivas. Öffentliche Zeremonien und Tänze werden im Freien veranstaltet. Wie bei den anderen Puebloindianern spielt der Ahnenkult eine bedeutende Rolle im Weltbild der Hopi. Zu den wichtigsten religiösen Zeremonien der Hopi gehören die als Kachina bezeichneten Fruchtbarkeitsmysterien. Sie sind Kachina gewidmet, dem Geist eines Ahnen, der in der Regel für einen Clan steht und in den Zeremonien von einem maskierten und bemalten Tänzer symbolisiert wird. Die Kachina waren Geister, die für die Hopi den jährlichen Lebenszyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt symbolisierten. Von Oktober bis April lebten die Kachina nach der Vorstellung der Hopi unter der Erde, für den Rest des Jahres bewegten sie sich unsichtbar unter den Menschen.

Die Männer trugen während der Zeremonie prächtige Masken und Gewänder, um einen bestimmten Geist zu verkörpern. Kachinapuppen - antik oder zeitgenössisch - gehören zu den hoch begehrten Kunstschätzen des indianischen Nordamerika. Alle Männer gehörten zu einem bestimmten Kachina Kult, in manchen Hopi Städten gab es bis zu sechs verschiedene mit jeweils einer eigenen "kiva" = Kirche.

Alle Rituale, Masken und das Häuptlings- und Priesteramt wurden von der Sippe beaufsichtigt. Ob Häuptling oder Priester, die Begriffe hatten bei den Hopi fast die gleiche Bedeutung. Der Häuptling (Mongwi) einer Siedlung führte hauptsächlich die religiösen Zeremonien durch. In den Mittsommer- und Mittwinterritualen werden Sonne und Feuer verehrt. Die bekannteste - aber auch geheimste - kultische Veranstaltung der Hopi ist der Schlangentanz. Der berühmte Schlangentanz (eigentlich ein Regentanz) ist eine der außergewöhnlichsten Indianerzeremonien. Er wird alle zwei Jahre um den 20. August herum aufgeführt und lockt jedes Mal Tausende von Zuschauern an.

Die Hopi wurden erst entdeckt als im Auftrag der US-Regierung im Keams Canyon eine Indianer-Agentur mit einer Missionskirche errichtet wurde. Die nun hier ankommenden Missionare der Mormonen, Methodisten, Presbyterianer und Baptisten hatten viel mehr Interesse an den Hopi als diese für deren Glauben. Jedoch nahmen die Hopi diese Prediger freundlich auf. Für das Christentum hatten die Hopi wenig Interesse. Sie übernahmen aber alle angenehmen und nützlichen Dinge, lehnten die anderen aber ab. Die Namenstage der Heiligen werden festlich begangen. 150 lange Jahre konnten sie sich aber allen Versuchen der Spanier erwehren, dass man aus ihnen billige Arbeitskräfte machte. Gegen die kriegerischen Übergriffe der Spanier mit ihren verbündeten Zuni konnten sich die Hopi zur Wehr setzen und verteidigen somit ihre Freiheit. Heute leben noch rund 18 000 Hopi-Indianer.

Die Hopi gelten in Teilen der Alternativbewegung, vor allem bei der New-Age-Bewegung nahe stehenden Gruppierungen, als vorbildlich im Einklang mit der Natur lebendes weises auserwähltes ("Nur Stämme werden überleben") Volk. Die berühmten Prophezeiungen der Hopi über das nahende Ende der Welt kursieren allerdings in einer von westlich erzogenen Hopi zusammen mit europäischstämmigen Amerikanern abgefassten Form. Das Buch der Hopi mit seiner indirekt zum Ausdruck kommenden Beschreibung der Zerstörungskräfte der westlichen Zivilisation ist von den religiösen Führern der Hopi, die das geheime zeremonielle Wissen ihrer Kultur bewahren und tradieren, nie autorisiert worden. Die traditionellen Beschreibungen vom Ende der Welt müssen vielmehr auf dem Hintergrund des zyklischen mythischen Weltbildes der Hopi gesehen werden.

Es waren weniger die Weißen als vielmehr die Navajo, die Mitte des 19. Jahrhunderts die Autonomie der Hopi bedrohten. Fast das ganze Jahrhundert hindurch führten beide Stämme gegeneinander Krieg. 1882 wurde den Hopi ein Reservat zugewiesen, aber der Stamm spaltete sich über der Frage, ob man tatsächlich dort einziehen sollte. Erst 1906 erklärten sich alle Gruppierungen zum gemeinsamen Umzug bereit. Ihre Reservation ist heute umringt von einer Reservation der Diné (Navajo). Weil sich die Gebiete der Hopi und der Navajo überlappten, hielt der Konflikt zwischen den beiden Stämmen bis ins 20. Jahrhundert an. Die Bevölkerung des Hopi Reservats wuchs von etwa 5.000 um die Jahrhundertwende auf 8.952 im Jahre 1985 an.

Die Reservation der Hopi ist seit den 1960er-Jahren immer wieder stark bedroht, da es Ansprüche auf die dort befindlichen Bodenschätze durch weiße Großunternehmen gibt. Jedoch konnten sich die Hopi bisher diesem Druck auch durch eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit widersetzen. Die Haltung der Hopi gegenüber Touristen ist sehr reserviert, aber höflich. Ein Besucherzentrum am Anfang der Reservation weist höflich darauf hin, dass ein Weiterfahren eigentlich nicht mehr notwendig, aber doch grundsätzlich erlaubt ist. Die Politik der Hopi gegenüber der amerikanischen Regierung ist sehr konsequent und nahezu kompromisslos. Die US-Regierung versuchte daher über eingesetzte Verwalter die alleinigen Entscheidungen der Stammesältesten zu beeinflussen.

Vor einigen Jahren wurden die Hopi von der Bundesregierung als „Hopi-Stamm“ anerkannt. Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen erfolgt teils in den Kivas (traditionelles Wissen), teils über lange Zeit in Regierungs- oder Privatschulen, seit 1985 auch in einer „Hopi junior and senior highschool“. Das Lebensgeheimnis der Hopi sind ihre Gemeinschaftszeremonien und esoterischen Rituale, eine bewusst praktizierte Ökologie und die Kraft des Hoffens.


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