18.05.2012

 

Huitzilíhuitl

gesprochen: (weet-see-lee-weetl) Feder des Kolibris

Azteke

* 1380; † 1417 in Tenochtitlán (Mexiko, Mittelamerika)

Bei meinen Recherchen bin ich auf unterschiedliche Lebensdaten gestoßen

Geburt: ca. 1380;

Regentschaft ab: 1390; 1391; 1396; 1402;

Tod: 1414; 1415; 1417;

Huitzilíhuitl war wahrscheinlich der Sohn des Acamapichtli dem ersten Tlatoani und dessen Frau Ilancueitl. Nach dem Tod seines Vaters (ca. 1367 – 1387), wurde er im Alter von 16 Jahren zum Tlatoani (Herrscher/ König) von Tenochtitlán ernannt. Die Priester versuchten die Wahl eines neuen Königs zu verhindern, um die Macht an sich zu reißen. In einer Übergangsregierung von vier Monaten, wurde er von den wichtigsten Anführern, Kriegern und Priestern der Stadt vertreten. Nach einer Karriere als Krieger und langen Debatten wurde Huitzilihuitl endlich König.

Huitzilíhuitl, von dem nachgesagt wird, dass er ein großmütiges und gutes Herz besaß, war bewusst, dass der Frieden in der Region nur durch Allianzen aufrecht gehalten werden konnte. In der Regel wurde dies durch Eheverträge besiegelt. Er heiratete Ayaxucihuatl, die Tochter von Tezozomoc, dem mächtigen König von Azcapotzalco. Da Tezozomoc nun Kinder in den Fürstenhäusern der Tlatelolco und Tenochtitlan hatte, wirkte es sich positiv auf die Mexicas aus. Azcapotzalco war zu dieser Zeit der mächtigste Staat im Tal von México und hatte Tenochtitlán zu hohen Tributzahlung verpflichtet. Obwohl Tenochtitlán weiterhin im Heer der Tepaneken von Azcapotzalco dienen musste, erhielt er durch die eheliche Verbindung eine Reduzierung der Zahlungen.

Huitzilíhuitl hatte eine zahlreiche Nachkommenschaft. Er heiratete zunächst eine Prinzessin aus der kleinen Stadt von Tacuba (Herrscherhaus von Tlacopan). Sie gebar ihm Moctezuma Ilhuicamina, der später nach Chimalpopoca unter dem Namen Moctezuma I. ebenfalls König von Tenochtitlán wurde. Nach dem Tod von Ayaxucihuatl heiratete er in zweiter Ehe Miahiaxóchitl eine der Töchter des tepanekischen Herrschers von Cuauhnahuac (heutige Cuernavaca) und verband Tenochtitlán so enger mit den Städten der Umgebung. Aus der Verbindung mit seiner zweiten Frau stammen achtzehn Kinder, der älteste von ihnen, Chimalpopoca wurde spätere König von Tenochtitlán. Das zweite Kind, eine Tochter Matlalt-zihuatzin, wurde die Mutter des Dichters Netzahualcowtl. Nach modernen Forschungen und der genauen Auslegung der aztekischen Hieroglyphen handelt es sich um seine familiären Beziehungen.

Um die Beziehung zwischen Miyahuaxihuitl und Huitzilíhuitl ranken sich mythische Geschichten einer großen Liebe. Der Überlieferung nach soll Miyahuaxihuitl von ihrem Vater, der eine Verbindung zwischen ihr und Huitzilíhuitl ablehnte, eifersüchtig bewacht worden sein. Mit Hilfe des Gottes Huitzilopochtli schaffte es jedoch Huitzilíhuitl einen Pfeil, der einen Edelstein enthielt, in den Garten von Miyahuaxihuitl zu schießen. Aus Versehen verschluckte Miyahuaxihuitl jedoch diesen Edelstein und wurde schwanger. Dieser Schwangerschaft entstammt schlussendlich Chimalpopoca der später als fünfter König der Azteken den Thron bestieg.

Unter seiner Herrschaft wuchs die Weberei-Industrie. Das Baumwolltuch hatte nicht nur für Tenochtitlan, sondern auch für Azcapotzalco und Cuerhavaca eine große Bedeutung. Die Mexicas brauchten sich nicht mehr in den groben Fasern der Agaven zu kleiden. Nun waren sie in der Lage weiche, gefärbte Baumwolle zu verwenden. Huitzilíhuitl wollte auch Trinkwasser vom Festland auf die Inseln in die Städte leiten, die nur über das Brackwasser des Sees verfügten. Alleine war er nicht in der Lage seinen Plan zu finanzieren und die Adligen wollten die Kosten nicht übernehmen. Eine der wichtigen Neuerungen während der Herrschaft von Huitzilihhuitl wurde die Verwendung des Kanus beim Militär.

Unter Huitzilíhuitl wurde die militärische Position der Azteken gestärkt. Er führte unter anderem das Amt des Tlacochcalcatl ein, dessen erster Inhaber Huitzilíhuitls Bruder Itzcóatl wurde. Aufgrund der energetischen Zwänge und Kriegsführung vor diesem Zeitpunkt wurde um die Seen herum gekämpft, wo es für die Armeen möglich war zu Fuß zu reisen. Doch das Kanu eröffnete viele neue Möglichkeiten. Sie wurden zehn Meter lang und konnten bis zu einem Dutzend Männer und möglicherweise bis zu einer Tonne Gewicht aufnehmen. Er ließ erstmals gepanzerte Kanus für den Kampf bauen. Sie wurden für die Beförderung der Männer und Waffen eingesetzt. Dadurch konnten die Armeen weite entfernt von ihrem Ausgangspunkt kämpfen.

Huitzilíhuitl setzte die Politik seines Vaters, die Suche nach Allianzen mit seinen Nachbarn fort. Er gründete den königlichen Rat mit vier ständigen Wahlberechtigten. Ihre Aufgabe bestand darin die neuen Könige, in ihrer Unerfahrenheit am Beginn jeder Regierungszeit zu beraten. Huitzilihuitl war ein guter, talentierter Politiker und einer der besten aztekischen Könige im Tal von Mexiko. 1405 gelang es ihm mit der Anwerbung von mehreren verstreuten Stämme, Nachkommen der ausgestorbenen Tolteken, die Macht und den Reichtum seiner Nation zu erhöhen. Zusammen mit Tlacateotl, König von Tlaltelolco eroberte Huitzilíhuitl als Verbündeter der Tepaneken die bedeutendsten Orte Acolhuacans, dem zweitmächtigsten Staat im "Tal von México". Zwar wurde der größte Teil des Acolhuacan-Landes von den Tepaneken übernommen, die wichtigen Städte Tetzcoco und Huexotla jedoch wurden Tenochtitlán und Tlaltelolco überlassen.

Nach Ausdehnung des Reiches mittels militärischer Siege, ging Huitzilíhuitl weitere diplomatische Allianzen ein. Durch einen Ehevertrag zwischen einer seiner Schwestern mit Ixtlilxóchitl, König von Acolhuacan, konnte er eine Periode des Friedens und der Stabilität erreichen, die 21 Jahre anhielt. In dieser Zeit konzentrierte sich Huitzilíhuitl auf die inneren Belange Tenochtitláns. Huitzilíhuitl baute in dieser Zeit nicht nur die Ökonomie seines Reiches weiter aus, und übertraf damit um ein vielfaches die Leistungen seines Vaters Acamapichtili Itzpapálotl, sondern er prägte auch im westlichen die Religion des aztekischen Volkes. Während seiner Herrschaft waren die Azteken weiterhin Untergeordnete der Tepanecs, aber sie fuhren fort an Bedeutung zu gewinnen. Sie mussten nicht mehr die erheblichen Tribute bezahlen. Auch ihre militärische Bedeutung wuchs. Die politischen und militärischen Entscheidungen wurden unabhängig von den Tepaneken. Auch erweiterten die Azteken unter Huitzilihhuitl ihr Reich.

1409, als die Herrscher von Texcoco und Techotlala, gestorben waren ging der Thron an Ixtlilxóchitl. In den folgenden Jahren wurden die Beziehungen zwischen Ixtlilxóchitl und Tezozómoc der Azcapotzalco problematischer. Bald brachen in offene Feindseligkeiten aus. Huitzilihuitl startete eine Kampagne mit Hilfe von Tetzcoco gegen Xaltocan im Norden. Das führte dazu, dass er nicht nur die Stadt, sondern auch seine Nebenflüsse, Xilotepec, Tepotzotlan, Tollan, Cuauhtitlan und Cuauhximalpan eroberte. Später gelang Huitzilíhuitl die Einnahme des zum Volk der Otomí gehörenden Ortes Xaltocán am Nordufer des Texcoco-Sees. Kurz darauf vermutlich auch für eine kurze Zeit der Stadt Chalco. Durch diese Eroberungen, die im Auftrag des Tezozómoc geschahen, konnte dieser durch die Einsetzung seiner Söhne als neue Herrscher seine Machtposition festigen. Von 1414 bis 1417 unterstützte Huitzilíhuitl die Tepaneken bei ihrem Sieg über Ixtlilxochitl Ometochtli, den Herrscher der Acolhua.Trotz der Ehe seiner Tochter Matlalcihuatzin mit Ixtlilxóchitl, trat Huitzilíhuitl mit seinem Schwiegervater in den Krieg gegen den Texcoco. Er profitierte bei der Eroberung und Plünderung der Städte Tultitlan, Cuauhtitlan, Chalco, Tollantzingo, Xaltocan , Otompa und Acolman. Huitzilíhuitl von der Beute dieser Eroberungen und auch aus dem Verkehr der Kanus auf den Seen rund um Tenochtitlan.

Huitzilihuitl stand den Rest seines Lebens immer in der Gunst von Tezozomoc. Gemeinsam eroberten sie die Stämme des Tales. Noch vor Ende des Krieges gegen die Acolhua starb Huitzilíhuitl. Nachfolger wurde sein aus der zweiten Ehe hervorgegangener, noch minderjähriger Sohn Chimalpopoca. Dieser wurde weiterhin von Tezozómoc unterstützt. Huitzilíhuitl starb, laut dem Kalender der Azteken, am 9.Tag der ersten Woche im Jahr der drei Kaninchen. Nach unserer Zeitrechnung bedeutet dies: 2. Februar 1415. Obwohl sein ältester Sohn Moctezuma I. seine Nachfolge als König von Tenochtitlán antreten sollte, wurde, durch den Einfluss seiner zweiten Frau Miyahuaxihuit, sein Sohn Chimalpopoca neuer König von Tenochtitlán. Ihm folgte Itzcóatl, Sohn von Acamapichtili Itzpapálotl und einer Sklavin, Huitzilíhuitls Bruder. Nach Itzcóatl wurde Moctezuma I. neuer König.


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