17.05.2012

 

Kalifornien

Lebensraum:

zwischen Pazifik und Sierra Nevada

Lebensunterhalt:

Eichelsammeln, Vorratswirtschaft

Materieller Kulturbesitz:

Körbe

Soziale Umwelt:

Lokalgruppen, Zeremonialgruppen

Religion:

Kuksu-Kult, Toloache-Ritual

Obwohl die indianische Kultur Kaliforniens manche Übereinstimmung mit den Wildbeuterkulturen des intermontanen Gebietes einerseits und denen des Südwestens andererseits aufweist, besitzt sie doch eine eigene Physiognomie, die weitgehend von den besonderen ökologischen Gegebenheiten, d. h. dem intensiven Sammelkomplex mit der Eichel als Hauptnahrungsprodukt, geprägt wird. Die bewaldeten Küsten Südkaliforniens, die nördlichen Küstenketten und das große kalifornische Längstal, das vom Sacramento River im Norden und vom San Joaquin River im Süden geformt wird, war einst mit Beständen von Eichen durchsetzt. Ihre Früchte, die Eicheln, standen den Menschen in solcher Fülle zur Verfügung, dass hier eine dichte Bevölkerung mühelos davon leben konnte; man schätzt die Bevölkerung Kaliforniens in voreuropäischer Zeit auf etwa 85 000.


Landschaftlich hebt sich der schmale Küstensaum mit seinen vorgelagerten Inseln, dessen Bewohner überwiegend maritim orientiert waren, stärker vom übrigen Kalifornien ab. Hauptwohngebiete der binnenländischen Indianer war das große kalifornische Längstal mit dem angrenzenden nördlichen Wald- und Seengebiet. Die Westhänge der Sierra Nevada wurden nur zur Jagd aufgesucht und auch der äußerste Süden und Südosten Kaliforniens mit seinem wüstenartigen Klima waren nur dünn besiedelt.

Im Gegensatz zur großen Einheitlichkeit der kalifornischen Kulturen steht ihre sprachliche Zersplitterung. In Kalifornien wohnen Angehörige von mehr Sprachfamilien als in irgendeinem anderen Kulturareal Nordamerikas. Neben kleinen und kleinsten Splittergruppen gehörten die meisten kalifornischen Indianer drei Sprachfamilien an: dem Hoka, dem Penuti und dem Shoshone. Aufgrund ihrer Verbreitung kann angenommen werden, dass die Hoka sprechenden Stämme Reste einer älteren Bevölkerungsschicht sind, während die in Südkalifornien lebenden Shoshone erst vor etwa 800 Jahren aus dem Grßen Becken kommend hier einwanderten. Zu den nördlichen Hoka-Stämmen gehörten die Karok, Shasta, Pomo, Yana und Chimariko, zur Südgruppe zählen die Salina, Chumash, Diegueno (heute: Tipai-Ipai).

Den zentralen Teil Kaliforniens bewohnten vorwiegend die Penuti sprechenden Stämme. Mit mehr als 50 000 Menschen stellten sie den größten Teil der indianischen Bevölkerung dieses Gebietes. Man rechnet zu ihnen die Wintun, Maidu, Miwok, Costano und Yokuts. Die Shoshone-Gruppen zählten nur etwa 20 000 Personen. Sie lebten im wüsten- und steppenartigen Teil Südkaliforniens, waren aber auch an der Küste anzutreffen. ZTu ihnen rechnet man die Mono, Serrano, Cahuilla und Gabrielino. Sie waren es auch, die den größten Teil der so genannten Missionsindianer stellten, die nach Gründung der ersten Mission durch die Franziskaner unter Junipero de Serra (ab 1770) auf Missionsland zusammen getrieben wurden und als erste die „Segnungen des weißen Mannes“ empfingen.

 

zurück


© Indianer-Shop.de 2003-2012
Umsetzung - Indianer-Shop Esoterik-Links.de Counterservice und Webkatalog