18.05.2012

 

Mahican

Geographische Region: Nordosten (Staat Nw York
Sprachgruppe: Algonkin
Wohnstätte: Wigwam, Langhaus
Hauptnahrungsquellen: Mais, Bohne, Kürbis

Die Mahican, auch Mohican (= Mohikaner ) geschrieben, waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie. Sie hatten die gleichen Lebensgewohnheiten wie die Delawaren und waren eng mit ihnen verwandt. Die eigentliche Heimat der Mahican war das Tal des Hudson River, nördlich der Catskill Mountains bis zum südlichen Ende des Lake Champlain. Im Westen begrenzt durch den Schoharie River, dehnte es sich im Osten bis zum Kamm der Berkshire Mountains aus. Dieses Gebiet befindet sich in West Massachusetts, Nordwest Connecticut und nördlich der Green Mountains im südlichen Vermont.

Weil die Mahican alle Algonquin-Stämme zwischen dem Hudson und Connecticut River einschlossen, liegen einige Schätzungen der Bevölkerungszahl bei 35000 um 1600. Wie auch immer, als die Mahican bei Albany, New York, auf ihren Kernstamm eingeschränkt wurden, waren es etwas um die 8000. Um 1672 fiel die Zahl auf etwa 1000. Beim niedrigsten Stand 1796, lebten 300 Stockbridge “die letzten Mohikaner” zusammen mit den Oneida und Brotherton im Norden des Staates New York. Als die Mahican noch bei den Wyandot und Delaware in Ohio eingebunden waren, lag die Zahl in der Zeit bei etwa 600. 1910 ergab die Volkszählung 600 Stockbridge und Brotherton in Nord Wisconsin. Drei Jahre nach der Verabschiedung des indianischen Reorganisationsgesetzes 1934, wurden die Stockbridge ein anerkannter Bundesstamm. Sie haben mittlerweile 1500 Mitglieder, die in oder bei ihrer Resevation westlich von Green Bay leben. Auch gibt es dort 1700 Brotherton Indianer (allerdings ohne Bundesstatus) auf der Ostseite des Lake Winnebago.

Beides Mahican und Mohican ist richtig, nicht aber Mohegan. Sie sind ein anderer Stamm im Osten von Connecticut und sind mit den Pequot verwandt. In ihrer eigenen Sprache bezeichnen sich die Mahican selber als „Muhhekunneuw", „Menschen des großen Flusses“. Dieser Name war den Holländern anscheinend zu schwierig auszusprechen, somit entschieden sie sich für „Manhigan", das mahicanische Wort für Wolf und gleichzeitig der Name eines ihres wichtigsten Clans. Sie waren bei Holländern und Engländern aber auch unter dem Namen River Indians bekannt.

Ebenso, kulturell den anderen Waldland Algonkin entsprechend, waren die Mahican durch ihren ständigen Kriegszustand mit den Irokesen geformt. Politisch waren die Mahican eine Vereinigung von 5 größeren Abteilungen mit mehr als 40 Dörfern. Im Einklang mit den anderen Ost-Algonkin, war das Bürgerrecht nicht so streng. Mahican-Dörfer wurden von erblichen Sachems (aus der mütterlichen Abstammung), die von einem Rat der Clanführer empfohlen wurden, geführt und wurden von ernannten Beratern unterstützt. Die Mahican hatten 3 Clane: Bär, Wolf und Schildkröte. Kriegszustände benötigten einen höheren Grad der Organisation.

Ein Hauptrat der Häuptlinge traf sich regelmäßig in ihrem Hauptdorf in Shodac (östlich des heutigen Albany) um wichtige Angelegenheiten, die die Vereinigung betrafen, zu besprechen. In Kriegszeiten übergab der Rat seine Autorität dem Kriegshäuptling, dessen Befähigung sich bereits erwiesen hatte. Während der Dauer des Konfliktes übte der Kriegsführer meistens eine diktatorische Macht aus.

Mahicaner wohnten sowohl in befestigten Dörfern, die auf Hügeln lagen und von Palisaden umgeben waren, als auch in geschlossenen, zwischen Maisfeldern und Wäldern, gelegenen Dörfern. Mahicanische Dörfer waren ziemlich lang. Gewöhnlich bestanden sie aus 20 bis 30 mittelgroßen Langhäusern. Ausgedehnte Kornfelder befanden sich in der Nähe. Landwirtschaft sorgte für ihre Ernährung und wurde mit Wild, Fisch und Wildgemüse ergänzt. In sicheren Zeiten zogen die Mahican in die zerstreuten Jagdlager, außer im Winter. In den kalten Monaten hielten sie sich gewöhnlich wie andere Algonkin in ihren befestigten Dörfern auf. Kupfer, aus den großen Seen für das Handwerk gewonnen, wurde oft für Ornamente und einige ihrer Pfeilspitzen benützt. Nachdem die Mahican begannen mit den Holländern Handel zu betreiben, ließen sie viele traditionelle Waffen weg und wurden schnell perfekt im Umgang mit ihren neuen Gewehren. Entgegengesetzt zu ihrem üblichen Klischee, waren die meisten Mahicankrieger tödliche Scharfschützen.

Als sie zum ersten Mal den Holländern begegneten, lagen die Mahican im Krieg mit den Mohawk, und 1664 mussten sie von Shodac in der Nähe Albanys nach dem heutigen Stockbridge flüchten. Nach und nach verkauften sie ihr Land und sammelten sich 1736 in einer Mission in Stockbridge und wurden als Stockbridge-Indianer bekannt; sie waren die einzigen Mahican, die ihre kulturelle Identität bewahrten. Andere Gruppen teilten sich auf und vermischten sich mit verschiedenen Stämmen. Die Stockbridge-Gruppe zog später nach Wisconsin.

In den 28 Jahren zwischen der Vervollständigung von Zuteilung (1910) und Formation einer neuen Stockbridge Stammesregierung (1938) während der Verabschiedung des indianischen Reorganisationsgesetzes (1934), ging viel von ihrem Land durch entweder Zwangsvollstreckung oder Verkauf an die Weißen verloren.
Zur Zeit der Besiedlung New Englands durch die Weißen waren die Mahican der bedeutendste Stamm dieses Gebietes. Durch Alkohol und Kriege gegen die Eindringlinge war der Stamm bereits um Jahr 1700 auf einige Clans, die zusammen eine größere Horde darstellten, geschrumpft. Um das Jahr 1724 schlossen sie sich ihren Verwandten, den Delawaren und Shawnee an. Heute gibt es noch einige Dutzend Mahican, die sich aber heute Stockbridge-Indianer nennen, da sie lange an einem Ort gleichen Namens gelebt hatten .

Obwohl nur noch 16000 Acres ihrer ursprünglichen Reservation verblieben sind, leben die „Letzten der Mahicaner“ noch immer dort und sind sehr lebendig.


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