17.05.2012

 

Mohegan

Geographische Region: Nordosten
Sprachgruppe: Algonkin (Mohikaner)
Wohnstätte: Wigwam, Langhaus
Hauptnahrungsquellen: Mais, Bohne, Kürbis

Die Mohegan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, deren Heimat östlich des Wappinger Country im heutigen Bundesstaat Connecticut war. Sie waren ein Zweig der Pequot, der sich unter ihrem zivilisierten Häuptling Uncas vom Hauptstamm in Feindschaft trennte. Dieser Zustand hielt auch nach der Gründung eines neuen Stammes an. Als im Jahre 1636 der Pequot-Oberhäuptling Sassacus einen Krieg gegen die englischen Ansiedler begann, kämpften die Mohegan unter Führung von Uncas auf Seiten der Engländer.

Die englische Armee, welche sich aus 240 Kolonisten, 70 Mohegan und 1.000 Narraganset zusammensetzte, griff im Juni 1637 in der Nacht ein befestigtes Dorf der Pequot in der Nähe des Mystic River an, tötete 600 Bewohner und brannte schließlich die Ortschaft nieder. Damit war die Macht der Pequot gebrochen. Nach dem Massaker floh Sassacus zu den Mohawk, wo er am Marterpfahl endete. Zwar befahl Uncas im Vergleich zu den Narraganset damals nur über eine Handvoll Krieger, hielt aber stets die Treue zu den Engländern.

Auch als im Juni 1675 die vereinigten Stämme der Narraganset, Pequot, Wamponoag und andere Algonkin-Stämme unter der Führung von King Philip einen Krieg anfingen, waren die Mohegan auf Seiten der Engländer mit 500 Gewehr- und Bogenschützen vertreten. Dieser Krieg endete im August 1676 mit dem Tod von King Philip und der erste große Indianeraufstand brach zusammen. Uncas und seine Mohegan waren wieder auf der Seite der triumphierenden Sieger.

Die letzten 400 überlebenden Mohegan bewohnten im 19. Jahrhundert mit ihrem Häuptling Ihtauokam einen fruchtbaren Landstrich in Wisconsin am Winnebagosee in der Nähe der Green Bay, welches sie von der Regierung erhalten hatten.

Einige Jahre nachdem die Mashantucket Pequots anerkannt wurden, gelang dies 1993 auch den Mohegans (oder vielfach in Deutsch als Mohikaner bezeichnet). Die Stammesmitglieder leben in und um Uncasville (auch bekannt als Montville) und betrieben im Jahr 2000 das viertgrößte Casino der Welt. Nachkommen von Unkas, dem berühmten Häuptling, haben in Uncasville 1931 das Tantaquidgeon Indianer Museum gegründet. Es beschäftigt sich mit der Kultur der Mohegans und anderer Stämme aus den Waldgebieten des Nordostens der U.S.A. Viele Angehörige des ursprünglichen Mohegan Stammes leben heute Wisconsin.

Verwechseln Sie nicht die Mohegan mit den Mahican.


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