17.05.2012

 

Nicarao

Nahuatl (nican = „hier“, aráhuac = „Menschen“)

Chibcha (heutiges Nicaragua)

Um 1500

1502 erkundete Christoph Kolumbus das Gebiet des heutigen Nicaragua. Er traf zu jener Zeit auf verschiedene Eingeborenenstämme. Der bedeutendste Stamm lebte unter der Führung des Häuptlings Nicarao. Die Nicarao (der Legende zufolge nach ihrem Anführer benannt), ein Stamm vom Volk der Chibcha, waren im heutigen Rivas, am Nicaraguasee angesiedelt.

 

Am 12 April 1523 fand das erste Treffen zwischen den europäischen Entdeckern und den Eingeborenen Nicaraguas statt. Der Eroberer Gil González Dávila erkundete als erster das Gebiet.

 

Nicarao war ein lebendes Symbol für Intelligenz und Tugend. Er empfing die Spanier friedlich. Mit Hilfe eines Übersetzers führte Nicarao neugierig eine Woche lang eine philosophische Diskussion mit Gonzáles. Der Spanier wurde über alle Themen von Astronomie über Geologie bis zur Philosophie und Religion ausgefragt. Gonzáles gab später verlegen zu, dass Nicarao ein „Linguistischer Ingenieur“ sei und dass er selbst nicht die rhetorischen Fähigkeiten besäße, mit den Häuptling zu diskutieren. Er erklärte es mit „Ich bin nur ein Soldat.“

 

Häuptling Nicarao ließ sein Land für den kastilischen König requirieren. Er bekehrte sich zum Christentum und nahm wertvolle Geschenke an. Wo hingegen der Häuptling Diriangén die Spanier durch seine Taufe in Sicherheit wog, um sie dann mit einigen Tausend Eingeborenen auf dem Schlachtfeld anzugreifen.

 

Nicarao soll eine Tochter namens Xochiltnahual gehabt haben, berichtet der nicaraguanische Schriftsteller Carlos Alberto Ampié Loría in seiner Geschichte „Die Legende von der Fischprinzessin“ in seinem Buch „Nicaraguanische Legenden und Volkserzählungen“. Nach Meinungen mancher Historiker war Nicarao jedoch nur eine Legende.


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