18.05.2012

 

Ozette

Geographische Region: Nordwestküste (nordwestliches Washington)
Sprachgruppe: Salish
Wohnstätte: Blockhaus
Hauptnahrungsquelle: Fischerei

Die Ozette sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Sie waren nordamerikanische Indianer und gehörten zu den Nuu-chah-nulth. Beheimatet waren sie im Westen Kanadas und im US-Bundesstaat Washington. Die Ozette sprachen Wakash und waren wohl ein südlicher Zweig der Makah. Ursprünglich sie kamen aus Peru. Im Zuge der spanische Entdecker der Makah Indianer gelangten sie im späten 18. Jahrhundert in den Norden. Ihr Lebensraum lag am Ozette Lake und am Ozette River im heutigen Clallam County auf der Olympic-Halbinsel im Staat Washington. Zugleich bezeichnet das Dorf Ozette einen Ort der Makah mit dem gleichen Namen. Wahrscheinlich wurde die gleichnamige Vorgängersiedlung, die einer Naturkatastrophe zum Opfer fiel, durch Neubauten ersetzt.

Die nördlicher lebenden Makah besiedelten das Gebiet zu einem unbekannten Zeitpunkt. Um 1870 bestand Ozette aus 15 Häusern, in denen rund 200 Makah lebten. Der Ort schrumpfte jedoch zunehmend. 1917 wurde der Ort dann aufgegeben. Die Behausung der Ozette war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch. Auch bauten sie fingerdicke Kartoffeln an. Diese hatten eine Größe von 3-7 cm in der Länge und 0.75-1.5 mm im Durchmesser. Die Kartoffeln hatten einen nussigen, erdigen Geschmack, ähnlich wie der Geschmack der. Mit festem Fleisch und Bohnen wurden sie gekocht und getrocknet. Dadurch erhielten sie eine cremige Konsistenz. In der Regel servierten die Ozette dieses Gericht gedämpft oder gebraten. Die Kartoffeln wurden von den Ozette vorwiegend in privaten Gärten für den persönlichen Verbrauch angebaut. Aus Respekt wurden die Ahnen begraben. Kulturelle Überzeugungen und Achtung über den Tod standen für die Menschen im Einklang.

Ozette wurde in den Jahren nach 1700 von einer gewaltigen Schlammlawine verschüttet. Der katastrophale Erdrutsch begrub das alte Dorf Ozette, das auf diesem Wege und erhalten blieb. In den Jahren 1966 und 1967 hatte Richard Dougherty von der Washington State University die Gelegenheit, mit der Zustimmung der Makah, archäologische Grabungen an geschützten Stellen am Cape Alava durch zu führen. Archäologischen Testgrabungen zeigten, dass hier eine Walfängerkultur ein Dorf hinterlassen hatte, das mindestens 2000 Jahre zurückreichte. Im Winter 1970 brachte jedoch eine Sturmflut die Grabungsstätte in größte Gefahr und wusch Artefakte aus ihren Lagerplätzen. Im Jahre 1970 wurden in Ozette nun mit mehr Mitteln und Mitarbeitern archäologischen Grabungen durchgeführt. Diese Grabungen leiteten Stephen Samuels und Richard Daugherty. Die Ausgrabungsstätte Ozette ist eine der wichtigsten und umfangreichsten der Kulturen der Nordwestküste.

Bis zum Schluss der Ausgrabung im Jahr 1981, entfernten die Makah und Studenten unter der Leitung von Archäologen langsam unter dem Druck des Meerwassers, Häuser die im Schlamm begraben waren. Bei den Grabungskampagnen von 1966 bis 1981 wurden drei von fünf Langhäusern ausgegraben. In der Mitte des Dorfes wurden Haushaltsgegenstände zutage gefördert. Mehr als 55.000 Artefakte wurden ausgegraben, gereinigt, mit Makah Namen identifiziert, katalogisiert, bewahrt und gespeichert oder angezeigt. Außerdem stammt die älteste erhalten Skulptur aus diesem Gebiet (etwa 800 v. Chr.), wenn auch unklar ist, ob die Makah ihre Vorgängerkultur der Ozette um diese Zeit schon verdrängt hatten. Mindestens 67 Wale ließen sich in den Überresten nachweisen. Die Grabungen zeigten, dass entlang der Westküste ein Handel bis in den Norden von Vancouver Island und bis nach Oregon und Kalifornien bestand.

Artefakte aus allen Bereichen des alten Stammes-Leben wurden zutage gefördert. Unter ihnen, wunderschön geschnitzte Tafeln mit Intarsien aus siebenhundert Seeotter Zähnen, aufwändig verarbeitete Sättel aus der Rückenflosse von Walen. In den Häusern fand man zahlreiche Kisten, Bekleidungsstücke, Wiegeplatten, Matten, Hüte, Webstühle und Spielzeug. Für die Fischerei und den Walfang bestand die Ausrüstung aus Körben in verschieden Stilen und Größen. Auch gab es neben zeremonieller Ausrüstung, Werkzeuge und Metall. Es wird spekuliert, dass das Metall aus Schiffswracks oder Handel mit Netzen stammte. All diesen Funden ist ein eigenes Museum gewidmet. 1979 wurde nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit das Makah Cultural and Research Center eröffnet. Dort werden 500 bis 600 Exponate von den 55.000 Artefakten ausgestellt. Die meisten Exponate befinden sich im Makah Museum in Neah Bay. Das Dorf Ozette hat uns das klarste Bild aus dem Leben der alten Ozette gezeigt. Sie hatten in über tausend Jahren Kenntnisse über ihre Umwelt und das Leben in allen Bereichen erworben.


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