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08.02.2012

 

Rituale, Sitten und Gebräuche

Adlertanz                            Der Adler war eine Art heiliges Wappentier für fast alle Indianer. Der Adler galt als Symbol der Unantastbarkeit, Glücksbringer neben anderen Tieren und Bote der Gottheit. Er stand und steht noch heute in der Dreiheit Himmel-Adler-Mann. In zahlreichen symbolischen Tänzen, Riten und Zeremonien wurde dies bei fast jedem Stamm in verschiedenen Variationen ausgedrückt. Dieser imposante Tanz zu Ehren des Adlers fand bei den Choctaw und Chickasaw z. B. wie folgt statt: 12 bis16 junge Krieger, nackt bis auf Lendenschurz und Gürtel, wurden mit weißem Ton bemalt. Jeder Tänzer trug auf dem Kopf einen Schmuck aus Adlerfedern und hielt in der Hand die Schwanzfedern eines Adlers. Auf dem Boden saßen in Reihen von je vier Mann hintereinander die Tänzer, von denen beim Trommelklang jeweils vier aufsprangen und um einige in die Erde gesteckte Lanzen herumtanzten. Die festgelegte Choreografie der Schritte oder besser Sprünge war verschieden und sehr schwierig, da die Tänzer nach jedem Sprung so tief in die Hocke gingen, dass sie mit dem Körper fast die Erde berührten.

 

Bärentanz                           Der Bärentanz war ein Ritual der Siouxstämme, der zur Vorbereitung auf die Jagd nach dem Grizzly diente. Da bei diesem Vorhaben ein Kampf auf Leben oder Tod bevorstand, ist es schnell zu begreifen dass ein jeder Krieger der an dieser Jagd teilnahm, sich den Schutz übernatürlicher Kräfte einholte. Vom Trommelklang und Gesang begleitet, ahmten die Tänzer die Bewegungen des Bären nach. Der Schamane war bei diesem Tanz der religiöse Führer, der als einziger ein ganzes Bärenfell trug. Alle anderen Tänzer trugen nur eine Bärenmaske und waren am ganzen Körper bunt bemalt. Die Frauen stimmten zum Ende des Tanzes ein lautes Geheul an, nach dem im Anschluss das große Wagnis begann.

 

Berggeisttanz                      Der Berggeisttanz war ein ritueller Tanz der Apachen. Man trug zu ihm eine weiche, schwarze mit Augenschlitzen versehene Maske, an der senkrecht aufragende Holzstäbchen befestigt waren, die verschiedenartige Muster aufwiesen. Die Maske wurde am Hals mit einer hellen Schnur zusammengebunden. Der Oberkörper eines Chiricahua-Tänzers war nackt und mit schwarzen, zickzackähnlichen Symbolen bemalt. Der Tänzer hielt in beiden Händen ein aus dunklem Holz gefertigten und bemalten Kurzschwert. Zu Ehren der Berggeister wurde dieser Tanz abgehalten. Man tanzte dazu um ein hell loderndes Feuer und vollführte feierliche und dem Tanz angemessene Bewegungen. Rohhauttrommeln, Rosshaarfiedeln und Knochenpfeifen begleiteten ihn, wozu der Schamane einen schrillen Gesang anstimmte.

 

Büffeltanz                            Dieser Tanz war eine heilige Handlung der Prärie-Indianer, die dazu diente, die Büffelherden möglichst nahe an das Dorf zu locken. Sehr ausgeprägt war dieser Tanz bei den Mandan. Wenn die Jäger keine Beute nach Hause brachten, wurde der Häuptling und der Schamane davon in Kenntnis gesetzt und die Ratsversammlung einberufen, die dann zum Büffeltanz aufrief. So genannte Läufer verbreiteten die Anordnung im ganzen Dorf und kurze Zeit später wurde der zeremonielle Tanz aufgeführt. Eine Gruppe von 10 bis 15 Männer kam dazu in der Dorfmitte zusammen. Die Tänzer trugen als Kopfbedeckung einen Büffelkopf mit Hörnern und hielten ihre Lieblingswaffen für die Jagd in der Hand. Begleitet wurde der Tanz von Trommeln, Rasseln, Liedern und schrillen Schreien. Wenn ein Tänzer ermüdete, wurde er durch einen Zuschauer ersetzt, der ebenfalls mit seiner Masken und mit Waffen den Tanz fortsetzte. Man tanzte den Büffeltanz Tag und Nacht ohne Unterbrechung bis das gewünschte Ereignis eintraf. Rund um das Dorf waren auf Hügeln Späher verteilt, die das Nahen einer Herde dem Dorf sofort meldeten. Traf das Ereignis ein, wurden zu Ehren des Schamanen, der Tänzer und des Großen Geistes Dankesrufe laut. Nach erfolgreicher Jagd opferte man dem Großen Geist die besten Stücke und danach erfolgte eine große Feier mit entsprechendem Trinkgelage.

 

Busk                                   Alljährlich fand bei den Creeks das Grün-Mais-Fest statt. Es handelte sich hierbei um eine Reinigungs-Zeremonie, die 4 - 8 Tage dauerte. Man nahm starke Abführ- und Brechmittel (Cascara [Rhamnus Pushiana] und Mayappell [Podophyllum peltatum]), um den Körper zu entschlacken. Das "Windrichtungsfeuer" des vorjährigen Festes, das ein Jahr lang ununterbrochen gebrannt hatte, wurde gelöscht und ein neues aus vier Stämmen, die in die Himmelsrichtungen wiesen, entzündet. Alle größeren Gebrauchsgüter, wie Möbel, Wäsche, Kleidung etc. wurden verbrannt und neu hergestellt. Alle Sünden wurden gegenseitig vergeben. Nach dieser Zeremonie der "Erneuerung" begann man das neue Jahr moralisch und körperlich gestärkt. Auf diese Weise wurde bei den Creeks verhindert, dass persönlicher Besitz angesammelt werden konnte.

 

Chipá Kikwaio                      Fest der Toten bei den Potawatomi. Einst wurden dabei die Fische mit Opfergaben geehrt. Den Feiernden erschien im Traum eine Forelle und erklärte ihnen, dass der Fisch-Clan der einflussreichste und größte Clan des Stammes werden würde.

 

Crowntanz                           Der Crown-Tanz (= Kronen-Tanz) wurde von den Mescalero-Apachen aufgeführt. Er hatte ungefähr die gleiche Bedeutung wie der Berggeisttanz der Chiricahua und der anderen Apachen-Stämme. Auch bei diesem Ritual trugen die Tänzer Ledermasken, die allerdings weiße bzw. schwarze Farbe aufwiesen. Die Maske war mit einer schwarzen Lederschnur, die über die Nase zum Hinterkopf verlief, festgebunden. Es gab zwei Typen dieser Masken: Sie besaßen beide einem fußhohen Aufbau, der entweder aus einer fächerförmigen Krone aus zusammengebundenen Holzstäbchen oder aus zwei breiten und einem schmalen Brettchen, die an einem senkrecht aufragenden länglichen Schild so befestigt waren, dass sie einem Wegweiser glichen, bestanden. Diese Aufbauten waren mit Symbolen und Zeichen verziert und gaben dem Tänzer eine entsprechende Bedeutung. Der Oberkörper der Tänzer war nackt und auch er war mit verschiedenen Zeichen und Symbolen der Apachen-Mythologie bemalt. Dargestellt wurde z. B. die Sonne, die Halb- oder Sichelform des Mondes, der Blitz, das Kreuz oder auch Tiere. Die Lendenschurze, die man für diese Zeremonie anlegte, waren reich verziert und waren wie die kniehohen Mokassins, die man auch extra für diesen Tanz anfertigte, aus gelb gefärbtem Wildleder gearbeitet. Auch hier hielten die Tänzer Holzschwerte in der Hand, die mit Punktmustern versehen waren.

 

Feuertanz                            Der Feuertanz ist eine Zeremonie der Navajo, die im Winter stattfand - zu einer Zeit wo immer noch Gewitter auftreten konnten oder zu einem Zeitpunkt, zudem immer noch der Tod durch Schlangenbisse nicht völlig gebannt war. Den Namen hatte die Zeremonie erhalten, vom Ort, wo die Götter wohnen, die man bei diesem Ritual verehrte. Der Feuertanz wurde am neunten Tag der Zeremonie getanzt. Dazu wurde ein Corral aus immergrünen Zweigen errichtet. Der Schamane vollführte einige Zaubertricks, dann zeigten die mit weißem Lehm bemalten Feuertänzer ihren Tanz. Sie hielten während des Rituals Fackeln aus Zedernrinde in den Händen, springen über und in das Feuer und berühren mit der Fackel die Mittänzer. Als Schutzzauber nahmen die Zuschauer verkohltes Zedernholz aus dem Feuer mit.

 

Flötentanz                           Die Hopi feierten alle zwei Jahre das heilige Fest der Flöten. Es wurde in den Bergen des US-Bundesstaates Arizona veranstaltet, bei dem man um Regen und Wohlstand betete. Die meisten Indianervölker glaubten an spirituelle Kräfte als Quelle allen Lebens. Sie verehrten dabei keinen allmächtigen Gott, sondern das Übernatürliche, was in allen Dingen ihrer Meinung nach vorhanden ist.

 

Geistertanzkult                    Dieser Tanz lässt die Verbindung christlicher Elemente mit heidnischen erkennen – Ergebnis des Einflusses christlicher Missionare. Der Kult entstand um 1870 bei den Paviotso, einem Unterstamm der Pah-Ute in Nevada. Die Visionen des späteren Gründers der Geistertanz-Bewegung, Wovoka, ein dort lebender Missions-Indianer, regten Tavibo, einen Onkel Wovokas, zu einer Lehre an. Aber erst sein Neffe Wovoka weitete dessen Gedanken 1888 zu einem Kult aus. Die Botschaft dieses Sehers lautete, dass nach einer Katastrophe  die toten Angehörigen der Indianer zur Erde zurückkehren würden und es wieder Wild als Beutetiere in Fülle gäbe.

 

Gib-weg-Tanz                      Der Gib-weg-Tanz war ein Ritual der Comanchen. Er wurde nach der ersten glücklichen Heimkehr eines jungen Kriegers von einem Kriegszug von seinem Vater veranstaltet. Bei diesem Tanz wurde der bewegliche Besitz der Familie um den Hals gehängt und jeder der anderen Tänzer konnte sich nach altem Brauch sich das nehmen was er wollte und behalten. Eine Familie konnte dabei ihren gesamten Besitz verlieren, aber was zählte dieser für die Taten des einzelnen. Durch diesen Tanz wurde der junge Krieger vom Stamm respektiert und er selbst gelobte gegenüber dem Stamm loyal zu sein und sich durch Tapferkeit, Gastfreundlichkeit wie auch Ehrlichkeit auszuzeichnen.

 

Kachina-Zeremonie              Die Pueblo-Völker des Südwestens, welche Ackerbau betrieben, glaubten an so genannte Kachina-Geister, die im Winter aus den Bergen herabsteigen und in ihren Dörfern sechs Monate lang verweilen. Um den Zyklus im Pflanzenwachstum entsprechend zu begehen, feierten die Hopi eine Mittwinter-Zeremonie, die auch als Powamuy oder Bohnentanz bekannt wurde. Mit dieser Zeremonie wird der Keimung und dem Wachstum der wichtigsten Nahrungspflanzen wie Mais und Bohnen gedacht. In diesem Zusammenhang wurden auch die zehn- bis zwölfjährigen Kinder in den Kachina-Kult aufgenommen. Das Fest beginnt mit der Aussaat der Samenkörner im feuchtwarmen Sand eines unterirdischen Kultraumes - dem so genannten Kiva und endet nach 16 Tagen. Im Anschluss dieser Zeremonie beginnen die Tänze des Kachina-Bundes. Nach dem der Samen gekeimt ist, wird ein Spiel vorgetragen, bei dem Wasserschlangen darstellende Puppen vor einem mit Regen und Blitzen gemalten Hintergrund, die Sonne verjagen sollen, damit keine vorzeitige Dürreperiode eintritt. Andere Puppen mahlen Maismehl, welches auf die Köpfe der aufgenommenen Jugendlichen gestreut wird. Am 16. Tag werden die Bohnenkeimlinge geerntet und durchs Dorf getragen.

 

Kaninchentanz                     Der Kaninchentanz war ein typischer Tanz der Mohawk. Unter dem Klang von Trommeln wurde er als Dank an die Tiere aufgeführt, von denen sie das Fleisch und die Felle für ihren Nutzen verwendeten.

 

Kalumet                              Diese Pfeife wurde bei zeremoniellen Anlässen oder auch bei Friedensverträgen geraucht. In Friedenszeiten war sie grün und blau bemalt. Überreichte ein Bote einem Stamm ein rot bemaltes und mit roten Federn verziertes Kalumet, so erklärte er ihnen damit den Krieg. Vermutlich ist auch das Rauchen von Tabak eine art von Sonnenverehrung. Rauchte ein Häuptling eine Pfeife, so hielt er sie zuerst gegen die Sonne, die Spenderin allen Lebens, dann gegen den Boden zur Erde. Den Rauch blies er danach feierlich in alle vier Himmelsrichtungen und zuletzt auf den eigenen Körper – so war eine Verbindung zwischen ihm selbst und dem Kosmos hergestellt. Tabak war in Nordamerika weit verbreitet. Einige Stämme sammelten Blätter des wild wachsenden Tabaks und mischten sie mit zerstoßener Rinde der Weide. Andere Indianer verwendeten trockene Blätter von Bärentraube oder Sumach. Diese sehr unterschiedlichen Tabak-Mischungen hießen allgemein Kinnikinnick.

 

Kalumet-Tanz                      Der Kalumet-Tanz war der Tanz der Friedenspfeife. Er war bei den Stämmen der Atlantikküste, im Gebiet der Großen Seen und in den Prärien verbreitet. Dieser Tanz war eine der heiligsten Zeremonien, die nur bei wichtigen Anlässen aufgeführt wurde. Solche Anlässe waren z. B. die Friedenserhaltung, um Gäste oder Fremde zu ehren, bei großen Festen oder um sich gegen einen gemeinsamen Feind zu vereinigen. Bis der Tanz aufgeführt wurde, vergingen einige Tage der Vorbereitung. Vor Beginn des Tanzes stellten sich die Tänzer auf die ehrenvollsten Plätze. Nur die Frauen und Männer mit den besten Stimmen sangen zu dieser Zeremonie. Am Anfang wurde Manitu begrüßt. Dazu wurde der eingezogene Rauch der Friedenspfeife auf eine ganz besondere Weise ausgeblasen. Die Tänzer nahmen die Pfeife respektvoll in beide Hände und bewegten sich im Takt des Gesanges und vollführten verschiedene Figuren. Die Pfeife wurde dabei der Sonne entgegen gestreckt, zur Mutter Erde gerichtet, die am Kalumet befestigten Federn wurden bewegt oder einem Zuschauer an den Mund zum Rauchen gehalten. Dieser Szene folgte ein Scheingefecht mit Trommelbegleitung und einigen Gesangseinlagen. Dazu wurde der Angriff wie auch die Flucht immer im Wechsel dargestellt. Im dritten Teil des Kalumet-Tanzes kam es zu einem rituellen Zwiegespräch zwischen Pfeifenträger und dessen Partner. Dabei wurden die ruhmvollen Taten des Tänzers aufgezählt. Im Anschluss erhielt der Haupttänzer ein Geschenk, der daraufhin die Friedenspfeife durch die Reihen der Anwesenden reichen ließ und ein jeder einige Züge machte. Am Ende der feierlichen Zeremonie überreichte der Oberhäuptling den Gästen das Kalumet als Symbol des ewigen Friedens. Ein Lied beendete den Tanz.

 

Kriegstanz                           Wenn in der Ratsversammlung der Kriegsrat tagte und durch Abstimmung einen Angriffs- bzw. Verteidigungskrieg beschloss, wurde ein Bote vom Häuptling mit der roten Pfeife durch den Stamm geschickt. Jeder Krieger der diese Pfeife rauchte, verpflichtete sich für sein Volk in den Kampf zu ziehen. Dieser Entschluss war freiwillig. Wer während des Krieges seinen Häuptling verließ, wurde vom Stamm bestraft, was eine große Schande für den Krieger war. Im Anschluss an das Herumreichen der Pfeife begann der Kriegstanz. Ein jeder Krieger, welcher sich für den Kampf entschlossen hatte, tanzte nun in voller Kriegsausrüstung um den rot bemalten Pfahl, berührte ihn und verpflichtete sich so vor allen Stammesangehörigen, seinem Kriegshäuptling mit allen Kräften zu unterstützen. Dieser legte seinen kostbarsten Schmuck an, damit er vom Feinde erkannt wurde. Die Krieger hingegen waren fast nackt, hatten jedoch außer der Kriegsfarbe sich Gesicht und Körper rot angemalt. Zuweilen wurde zur Bemalung auch Fett und Kohle verwendet.

 

Kuksu-Kult                          in Zentralkalifornien verbreitet. Im Mittelpunkt dieser kultischen Feier steht die Aufnahme der jüngeren Männer in die Gemeinschaft der Erwachsenen.

 

Maistanz                             Der Maistanz war von der Golf- bis zur Pazifikküste und westlich des Mississippi verbreitet und hatte wegen der unterschiedlichen Regionen mannigfaltige Formen aufzuweisen. Besonders hervorzuheben ist der beeindruckende Maskentanz der Hopi. Der Mais und speziell der grüne Mais galt bei den Indianern als Delikatesse. Sobald die Kolben und die Körner ausgewachsen waren, konnte man ihn essen. Für die Wiederkehr dieser Jahreszeit dankten alle Stammesangehörigen den Maisgottheiten, in dem getanzt, gesungen und geopfert wurde. Die Feierlichkeiten für den Mais dauerten 7 bis 10 Tage und wurden von vielen Stämmen in gleicher Weise und zur gleichen Zeit, wo er am schmackhaftesten war, veranstaltet. In dieser Zeit gab es weder Veranstaltungen, Jagdunternehmungen noch Kriegszüge. Täglich musste von den Frauen, wenn die Festzeit nahte, ein Maiskolben dem Schamanen gebracht werden, damit der Tag für das Dankfest bestimmt werden konnte. Die Blätter an den Maiskolben durften nicht entfernt und die Körner nicht angesehen werden. Dies übernahm der Schamane im Ratszelt. Wurde der Mais für gut gehalten, schickte man Boten aus, die die von allen erwartete Nachricht bekannt gaben. Am nächsten Tag begann dann das Dankfest für den Grünen Mais zu Ehren der entsprechenden Gottheit. Man bereitete sich durch Fasten auf dieses Ereignis vor. Die Dorfbewohner fanden sich am Festtag auf dem Dorfplatz ein, wo in der Mitte über einem Feuer ein mit grünem Mais gefüllter Kessel hing, der für die Gottheit bestimmt war. Vier weiß bemalte Schamanen in einer Hand eine Rassel und in der anderen ein Maiskolben haltend, umkreisten tanzend den Kessel, wobei sie das Dankeslied für die Gottheit sangen. In einem zweiten Kreis tanzten die Krieger. Die übrigen Dorfbewohner schauten den Festlichkeiten zu. Hölzerne Essschalen mit je einem Löffel aus Büffel- oder Ziegenberghorn wurden bereitgestellt. Der Tanz dauerte solange bis die Schamanen feststellten, dass der Mais gar war. Daraufhin folgte der Tanz, in dem die Opferzeremonie stattfand. Auf einer hölzernen Plattform über dem Feuer wurden die Maiskolben gelegt, die vollständig verbrannten. Im Anschluss wurde das Feuer gelöscht und die Asche vergraben. Man entzündete ein neues Feuer, füllte den Kessel mit Mais und brachte ihn erneut zum Kochen. Danach wurde ein ausgelassenes Fest gefeiert, in dem es ein reichliches Mahl gab, gejubelt und getanzt wurde. Das Fest wurde von den Häuptlingen, Schamanen und Kriegern überwacht.

 

Midewiwin oder Mide            Große Medizingesellschaft, eine Geheimgesellschaft mit vier Graden, offen für Männer und Frauen bei den Ojibwa, Ottawa, Sauk, Fox,Potawatomi, Winnebago und Kickapoo in den zentralen Waldlandgebieten. Das Ritual wurde zuerst von übernatürlichen Wesen durchgeführt, um den Kulturhelden Nanabozho beim Tod seines jüngeren Bruders zu trösten. Später gab er das Ritual an die Indianer weiter. Die Medizingesellschaft trifft sich in einer besonderen Hütte. Die Mitglieder erscheinen in Festtagskleidung und führen dort einen Rundtanz auf, der von Zeit zu Zeit von Gebeten an verschiedene übernatürliche Wesen unterbrochen wird. Bei Aufnahme in den ersten Grad der Geheimgesellschaft zahlt der Kandidat Güter, die bei seiner Familie gesammelt werden. Als Gegenleistung erhält er einen Medizinbeutel und die Anweisung, wie er mit der weißen Muschel umzugehen hat, die im Medizinbeutel enthalten ist. Die Zauberkämpfe der Mitglieder spielen so ab, dass man tanzt, auf den Medizinbeutel eines Mitglieds deutet und durch die Nase Luft ausbläst, wonach die Zielperson ohnmächtig umfällt. Sobald sie wieder zu sich kommt, sollte sie sich revanchieren. Trotz der Gründungsmythe, in der Nanabozho angeblich erklärt hatte, man sollte das Ritual verwenden, um Nahrung für den Stamm oder Heilung von Kranken erbitten, also um Gutes zu tun, herrscht häufig bei den übrigen Stammesangehörigen gegenüber den Mitgliedern der Geheimgesellschaft Misstrauen und die Furcht, sie könnten Schadzauber betreiben und zwar in einem solchen Maße, dass ein Stamm nach dem anderen den Midewiwin verbot.

 

O-kee-pa-Ritual                    Die wichtigste Zeremonie der Mandan war das „O-kee-pa“. Während die so genannten Sonnentanz-Zeremonien der anderen Plains-Stämme sich um Fruchtbarkeit und die Sonne drehten, sollte das O-kee-pa die Wassergeister versöhnen, weil die Mandan glaubten , die ganze Erde sei mit Wasser bedeckt gewesen. Wie die meisten anderen Stämme führten die  Mandan auch Tänze zu Ehren des Bisons auf. Das komplizierte O-kee-pa-Ritual endete mit einem qualvollen Höhepunkt, wenn junge Männer den Geistern in einer schweren Prüfung ihr eigenes Fleisch opferten.  Beim festlichen Ritual des O-kee-pa stellten Stammesangehörige Tiergeister dar, um deren Gunst sie warben. Der Schlangengeist brachte Regen und der Biber – manchmal auch „kleiner Bison“ genannt – verkörperte Nahrung. Andere Mandan-Tänzer,  deren Körperbemalung Nacht und Tag symbolisieren sollte, erinnerten durch dieses Motiv an den Stammesmythus, nach dem vor langer Zeit die Erde geboren und die Dunkelheit durch das Licht verdrängt wurde.  Bei dem O-kee-pa-Folterritual hingen zwei junge Männer an Lederriemen, die an unter ihrer Haut steckenden Holzpflöcken befestigt waren. An ihren Beinen hängende Bisonschädel machten sie schwerer, während ältere Krieger sie mit Lanzen anstießen. Bei dieser grausigen Mutprobe wurden die meisten Männer innerhalb von 20 Minuten bewusstlos. Sobald sie das Bewusstsein wiedererlangt hatten schleppten sie sich zu dem maskierten Krieger, der ihnen einen oder zwei Finger abhackte. Die verstümmelten jungen Männer mussten sich dann  noch einer letzten Prüfung unterziehen und vor der Medizinhütte in eine kreisförmige Arena laufen. Die meisten Initianden brachen zusammen und mussten geschleift werden, während die Riemen an denen die Bisonschädel hingen, das Fleisch aus ihren Beinen rissen. Die Zuschauer beobachteten dieses Ritual aufmerksam, denn die Männer, die die Schmerzen am besten ertragen konnten waren die zukünftigen Stammesführer. Nach der Überlieferung hat der „Einsame Mann“ (Schöpfer der Erde) die Zeremonien eingesetzt. Seit 1980 wurde sie wieder durchgeführt, was auch eine Wiederbelebung des kulturellen Bewusstseins des Stammes mit sich brachte.

 

Peyote-Zeremonie                Der Peyote-Kult ist einer der merkwürdigsten und bis heute der einflussreichste Kult unter den Indianervölkern. Einst kam diese Zeremonie aus Mexiko, wo sie bereits im 16. Jahrhundert vollzogen wurde. Im Mittelpunkt der Peyote-Zeremonie stand der Verzehr der bitter schmeckenden Peyote-Knöpfe - eine stachellose Kakteenart (Lophophora williamsii), die im nördlichen Mexiko heimisch ist. Von diesem Kaktus befindet sich nur ein kleiner Teil - der Knopf über der Erde. Dieser Knopf kann entweder gekaut oder im getrocknetem Zustand zu einem Aufguss bereitet werden. Der Kaktus enthält neun alkaloide Substanzen, von denen vor allem das Meskalin halluzinatorisch wirkt. Nach Einnahme des Peyote bekam man akustische Halluzinationen, leuchtende Farbvisionen und ein tiefes Gefühl der Brüderlichkeit der Teilnehmer. Bei einem Peyote-Treffen nahmen nur Männer teil. Er wurde nachts in einem Tipi abgehalten. Man setzte sich um einen kleinen Altar aus Tonerde, der die Bergkette symbolisieren sollte, wo das Peyote laut Legende gefunden worden war. Nach dem die Knöpfe verteilt waren, sang man unter Begleitung einer Trommel und Rasseln heilige Lieder. Die Zeremonie endete beim Morgengrauen mit dem Frühstück. Jeder Teilnehmer hatte in der Nacht zwischen 4 bis 30 Peyote-Knöpfe gegessen. Der Verzehr der Peyote macht gegenüber anderen Rauschgiften aber nicht süchtig. Einige südwestliche Stämme benützten, bevor sie Peyote kannten, ersatzweise Mescalbohnen, die eine ähnliche Wirkung hervorrufen.

 

Potlatch                              Potlatch heißt »weggeben«. Diese Sitte des Austausches von Geschenken war bei den Indianerstämmen der Nordwestküste verbreitet. Man machte wertvolle Geschenke, um so seine Freundschaft und Verehrung zu zeigen, aber auch um sein Ansehen zu erhöhen, weil die Weggabe als Zeichen dafür galt, was man entbehren konnte, ohne sich zu ruinieren. Ein weiterer Aspekt war sich selbst Vorteile zu verschaffen, wie Vertrauen, gesellschaftliches Ansehen, Erfolg bei der Brautwerbung wie auch Vergebung. Wenn man es mit Potlatch übertrieb, konnte man sich wirtschaftlich verausgaben, was Frauen wie Männern passieren konnte. Aber auch Größenwahn und Rache konnte ein Motiv sein. Zwei verfeindete Krieger überboten sich, um den anderen bloßzustellen oder zu ruinieren. Ihre Familien hielten sie nicht davon ab, sondern unterstützten den Wahn. Auf diese Weise konnte sich eine ganze Sippe hoch verschulden.

 

Reifentanz                           Weshalb der Reifentanz aufgeführt wurde, ist nicht bekannt. Er könnte aber den symbolischen Ausstieg der Menschen aus der Unterwelt zeigen. Auch heute wird dieses Ritual noch von den Pueblos getanzt. Die Kostüme ähneln denen der Großen Ebenen.

 

Schlangentanz                     Alle zwei Jahre hielten die Hopis verschiedener Pueblos im August den Schlangentanz ab, der 9 Tage dauerte. Der Schlangentanz hat den Stamm der Hopi in Arizona weit über die Grenzen des Landes berühmt gemacht. Er ist eine ernste religiöse Zeremonie, die nach altem Brauch höhere Mächte dazu bewegen sollte, es regnen zu lassen und gute Ernten zu schenken. Es ist seit jeher ein Rätsel, wie die Hopi mit Schlangen, besonders mit Giftschlangen wie der Klapperschlange, umgehen. Der Tänzer nimmt mit scheinbarer Sorglosigkeit die Schlangen in seine Arme und tanzt mit ihnen herum, wobei er eine sogar im Mund hält, ohne dass ihm etwas dabei zustößt. Wahrscheinlich wird das Gift heimlich vor Beginn des Tanzes ausgedrückt. Das Ritual wird alle zwei Jahre durchgeführt und erfordert eine neuntägige Vorbereitungszeit. Einige Elemente des Rituals sind streng geheim und nur den Priestern des Kultes bekannt. Während der ersten vier Tage sammeln die Priester lebendige Schlangen aller Art und bewahren sie in Tongefäßen auf. Danach werden Altäre errichtet und verschiedene Zeremonien durchgeführt. Am letzten Tag werden die Schlangen von den Priestern gebadet. Sobald sie trocken sind werden sie in das Dorf gebracht, wo die Tänzer versammelt sind. Nun tanzen sie alle der Reihe nach mit einer Schlange im Mund. Anschließend werden die Schlangen mit Maismehl bestäubt und von den Priestern außerhalb des Dorfes wieder freigelassen, damit sie zu den Regengöttern zurückkehren und dort berichten dass sie gut aufgenommen worden sind und die Hopi den für eine reiche Ernte nötigen Regen verdienen.
Der Schlangentanz ist auch heute noch ein packendes Schauspiel, das sich die Touristen nicht entgehen lassen wollen und in Scharen zur Festzeit die Hopis besuchen.

 

Schwitzzeremonie                Die Schwitzbad-Zeremonie war bei vielen Völkern Nordamerikas verbreitet. Die Schwitzhütte hatte je nach Landschaft eine unterschiedliche Form und war auch aus verschiedenen Materialien hergestellt. Sie bestand in der Regel aus einem Holzgerüst, welches mit Grassoden, Decken oder Häuten bedeckt war. Sie war so hoch, dass gerade ein Mann darin sitzen konnte. Ein Schwitzbad diente der Reinigung nach einer Krankheit, wurde bei fiebrigen Erkrankungen oder vor wichtigen Feiern angewandt. Gleichzeitig bescherte ein Schwitzbad die körperliche Abhärtung und erhöhte die physische Widerstandskraft. Der Dampf wurde durch Übergießen im Feuer erhitzter Steine erzeugt. Während des Schwitzbades wurden bestimmte Riten durchgeführt. Im Anschluss an das Schwitzbad kühlte man sich im Fluss oder im Schnee ab. Die nordamerikanischen Indianer hatten durch das Schwitzbad eine höhere Lebenserwartung als die weißen Siedler jener Zeit.

 

Skalptanz                            Bei vielen Stämmen wurde der Skalptanz nur von den Frauen getanzt. Er sollte beschwörend vor einen Kriegszug wirken oder wurde nach einem erfolgreichen Überfall getanzt. Die Frauen trugen während der Zeremonie die Siegestrophäen ihrer Männer an langen Stangen. Es war auch bei einigen Stämmen üblich, dass die Frauen die Kleidung ihrer Männer trugen.

 

Sonnentanz                         Das wichtigste Fest vieler in den Plains lebender Indianer war der Sonnentanz. Bei einigen Stämmen versammelte sich der ganze Stamm an einem Ort. Durch diese Feier sollten sich Himmel und Erde erneuern, mit allen Lebewesen, mit Mond und Sternen, Donner und Regenbogen. Er war ein typischer Zeremonien-Tanz, der im Sommer abgehalten wurde und 8 Tage dauerte. Zunächst bauten die Indianer eine Zeremonialhütte mit offenem Dach und einem besonders gerade gewachsenen Baumstamm als Mittelpfahl, der symbolisch Erde und Himmel verband. Die ersten vier Tage blieb geheimen Zeremonien vorbehalten, wie Fasten, Schwitzen, Riten in einem abgeschlossenen Raum etc. Jede Handlung hatte ihren vorgeschriebenen Zyklus, der von Stamm zu Stamm verschieden war. Man legte sich Buße, Entbehrungen und Selbstfolter auf. Sie dienten einer Art geistiger und körperlicher Selbstreinigung, was mit Hauptziel des Sonnentanzes war. Ohne zu essen und zu trinken, tanzten und sangen die Männer 4 Tage lang in dieser Hütte. Sie hatten sich zeremoniell bemalt und mit religiösen Symbolen geschmückt. Trommeln und Rasseln gaben den Takt an. Dabei starrten sie zum Himmel, bis sie schließlich in einen Bewusstseinszustand gerieten, in dem sie sich der höchsten Macht nahe glaubten und sie um Schutz und Hilfe für den ganzen Stamm anflehten. Manche Stämme folgten den Ritus, dass die Tänzer sich Schlaufen in die Brustmuskeln schnitten, durch die an Pflöcken lange Schnüre befestigt wurden, deren Enden mit der Spitze eines hohen Pfahls verbunden waren. Der Tänzer tanzte nun schwingend und hängend um diesen Pfahl. Im allgemeinen wurde häufig auf der Stelle getanzt, bis man in Trance verfiel und eine Vision hatte. Während der ganzen Prozedur wurde gefastet. Die Sioux praktizierten diese Selbstfolter soweit, dass bei diesem Tanz die Muskelstreifen rissen. Andere Stämme, wie die Kiowa, lehnten dies ab. Auch heut noch versammeln sich die Indianer zum Sonnentanz. Mit dieser Feier zeigen sie, dass ihre Kultur immer noch lebendig ist.

 

Squaw-Tanz                        Der Squaw-Tanz ist eine Zeremonie der Navaho, die in den Sommermonaten abgehalten wird und drei Tage dauert. Er wird auch Entah oder Feindweg bezeichnet. Es ist ein Kriegstanz, der außerdem für Krieger, die sich durch Kontakt zu einem toten Feind verunreinigt haben, aufgeführt. Das Ritual beginnt am Hogan des Kriegers und endet an den folgenden Tagen an einem Ort zu dem er umzieht. Die Zeit zwischen dieser Zeremonie wird durch Wettrennen, Spielen oder Erzählungen überbrückt. Am letzten Tag wird vom Clown – er wird auch als Schwarzer Mann bezeichnet - der so genannte Schmutztanz getanzt. Die Tänzer verlassen den Hogan durch den Rauchabzug und werfen den Krieger in die Luft bevor sie sein Gesicht in Schlamm drücken und über ihn hinweg laufen, um die bösen Geister aus dem Körper zu vertreiben. Die Zuschauer werden im Anschluss an das Ritual gejagt. Wer gefangen wird, landet ebenfalls im Schlamm. Junge Mädchen erhalten in der dritten Nacht die Möglichkeit einen Freier zu suchen, indem sie von ihren Müttern geleitet werden einen Mann einzuladen, der den Rundtanz mit ihnen tanzt. Der Mann leistet für diese Gunst eine symbolische Zahlung.

 

Toloache-Ritual                    in Südkalifornien verbreitet. Knabenpubertätszeremonie, verbunden mit der Aufnahme in die Gemeinschaft der Männe des Stammes. Hauptmerkmal war die Einnahme eines narkotischen Getränks, das aus der Stechapfelwurzel (lat. Datura Stramonium, span. Toloache) gewonnen wurde. Dieses Narkotikum rief einen tranceartigen Zustand hervor und führte zu Visionen, in denen den jugendlichen Teilnehmern in meist tierischer Gestalt ihr zukünftiger Schutzgeist erschien. An diesen Schutzgeist konnten sie sich in Not und Gefahr wenden. Auch versprach er ihnen Schutz und Hilfe.

 

Totenfest                             Alle 12 Jahre begingen die Huronen das Fest der Toten. Man bestattete die Toten, die seit dem letzten Fest verstorben waren, indem man die Toten von den Bestattungsstätten nahm, die Gebeine in Säcke lud und zu einer bestimmten Bestattungsgrube, oft weit von Dörfern entfernt, trug. Bei Feuerlicht wurden über die Gebeine Maiskörner und Geschenke gestreut und Pelzhäute ausgebreitet.

 

Totenkult                             Im Totenkult der Prärie-Indianer gab es ebenfalls beträchtliche Unterschiede. Am häufigsten bestattete man den Toten in einem Erdgrab, aber auch die Plattform- und Baumbestattung war üblich. Vor der Bestattung wurden dem Toten seine besten Kleidungsstücke angezogen und sein Gesicht bemalt. Die Totenbeigaben bestanden aus einer gefüllten Tabakpfeife und einem Gefäß mit Bisonfett. Zuweilen wurden noch andere Gegenstände aus dem persönlichen Besitz des Toten hinzugefügt. Oft trug ein berühmter Krieger die Leiche zum Bestattungsort. Die Verwandten schlossen sich unter lautem Wehklagen an und brachten sich Schnitte an Unterarmen und Beinen als Ausdruck ihrer Trauer an. Eine Haarlocke des Verstorbenen wurde abgeschnitten und einem heiligen Bündel hinzugefügt. Am vierten Tag nach dem Tod versammelten sich die Angehörigen des Toten, um in einer Zeremonie die Pfeife zu rauchen und Speiseopfer darzubringen. Der Besitz des Toten wurde aufgeteilt. Die Pferde gingen in den Besitz der Söhne und Töchter über. Auch die Frau hatte Anspruch auf ein Pferd. Das Tipi wurde verlassen oder gegen ein anderes ausgetauscht.

 

Yeibichai-Tanz                     Yeibichai ist ein Wort aus der Navaho-Sprache was so viel wie Nachtgesang oder -weg bedeutet. Yeibichai ist die wichtigste Zeremonie der Navaho im Winter. Sie durfte erst veranstaltet werden, wenn es keine Gefahr durch Blitze mehr gab und auch keine Schlange mehr bissen. Dieser Tanz wurde angewandt, um nervöse Leiden oder Wahnvorstellungen zu heilen. Fehler bei der Ausführung des Rituals konnten zu Gesichtslähmungen, Verlust des Augenlichtes oder des Gehörs führen. Das Wort Yeibichai entstand aus Yei - den Tänzern des heiligen Wesens, die dieses Ritual in den letzten zwei Tagen der Zeremonie darstellen. Für die Mädchen und Jungen wurde in der achten Nacht eine Einweihungszeremonie vorgenommen. Zuerst wurde ihnen die Haare gewaschen, dann ihr Körper mit weißem Lehm eingerieben. Mit heiligem Mehl bestreute man die Jungen, die dann anschließend von den Tänzern mit Yucca-Stengeln symbolisch geschlagen wurden. Mit Maismehl berührte man die Hände, Füße und Schultern der Mädchen. Danach setzten die Tänzer - Yei - ihre Masken ab und jedes Kind konnte die Menschen, die das heilige Wesen darstellen, sehen. Der entsprechende Gott des Ostens - Hasteseyalty - setzte jedem Jungen die Maske auf, was die weibliche Yei - Hasttse-baad - bei den Mädchen ebenfalls tat. Ein jedes Kind sollte aus den Augen der Yei die Welt erblicken. An dieser Zeremonie sollte ein Navaho mindestens viermal in seinem Leben durch seine Teilnahme beiwohnen.

 

Zauberpfeil-Zeremonie           Die Zauberpfeil-Zeremonie war ein Fest der Cheyenne, welches im Sommer abgehalten wurde und vier Tage dauerte. Es wurde veranstaltet, um die Gewalt der Waffen wiederherzustellen, z. B. nach einer Hungersnot oder nach einer verlorenen Schlacht. Vier Pfeile spielten bei dieser Zeremonie eine wichtige Rolle. Sie sollen übernatürliche Kräfte besitzen: Zwei für Menschen und zwei für Bisons. Diese Pfeile hatten die Cheyenne von dem Stammeshelden Sweet Medicine erhalten. Bei diesem Ritual musste immer eine festgelegte Reihenfolge eingehalten werden, weshalb im Lager eine ernste Stimmung herrschte. Nur Gesänge, Gebete und Trommelklänge waren aus dem heiligen Tipi zu hören. Die Frauen wie die Kinder blieben in den Zelten, die Männer reduzierten ihre Tätigkeiten und eine Kriegergesellschaft war im Zeltdorf unterwegs, um für die nötige Würde und Ordnung zu sorgen. Wenn ein Hund einen Laut von sich gab, tötete man ihn. Das Hauptereignis fand am zweiten Tag der Zeremonie statt. Dies war das Öffnen des Bisonlederbündels, wo die Pfeile aufbewahrt wurden. Ein angesehener Mann brachte, wenn es nötig war, die Pfeilbefiederung in Ordnung. Der Leiter der Zeremonie bereitete am dritten Tag Zählstäbe aus Weidenholz zu, von denen jeder eine lebende Cheyenne-Familie symbolisierte. Keine Zählstäbe wurden für Familien bereitgelegt, wo ein Angehöriger einen anderen Cheyenne ermordet hatte. Die Zählstäbe wurden einzeln durch den Rauch von Weihrauchfeuern bewegt. Zweck dieser Handlung war es eine jede Familie zu segnen. Die heiligen Pfeile wurden am vierten Tag ins Freie gebracht und den männlichen Stammesangehörigen - vom gerade Geborenen bis zum ältesten Großvater – gezeigt.


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