17.05.2012

 

Sans Arc

(Itazipco = Bogenlose)

Zweigstamm der Teton.Dakota, die in der Cheyenne River Reservation leben.

Geographische Region: Prärie und Plains
Sprachgruppe: Sioux
Wohnstätte: Tipi
Hauptnahrungsquelle: Büffeljagd

Die Sans Arc, auch die Itazipacola oder Itazipco, sind ein nordamerikanischer Indianerstamm und gehören zu den Lakota der Sioux-Sprachfamilie. Der Name leitet sich aus dem Französischen ab und bedeutet "ohne Bogen." Sie leben in der Cheyenne River Reservation. Die wahre Bedeutung des Itazipacola bedeutet "keine Kennzeichnung". Sie waren großzügig und immer gerne bereit zu teilen. Daher markierten sie auch ihre Pferde und Beute nicht. Die Itazipco bilden neben den Brulé, Hunkpapa, Minneconjou, Oglala, Sihasapa und Two Kettles den siebten Lakota-Stamm. Ihr Stammesgebiet lag ursprünglich im nordwestlichen South Dakota. Wie fast alle Indianer der Großen Ebenen lebten sie von der Büffeljagd und wohnten in Tipis. Besonders eng waren sie mit den Sihasapa verbunden. Mit den Hunkpapa und Sihasapa bewohnten die Itazipco nahezu das gleiche Gebiet, das sich im Norden bis zum Little Missouri und im Süden bis zum Cheyenne River ausdehnte.

Es gibt keinerlei Informationen über die Itazipco als sie im 18. Jahrhundert noch im Quellgebiet des Mississippi Rivers lebten. Vermutlich bildeten die Itazipco noch um 1800 gemeinsam mit den Minneconjou, Hunkpapa, Two Kettles und Sihasapa eine als Saone bekannte Abteilung der Lakota. Nach dem Überschreiten des Missouri Rivers zerfiel diese Gruppierung. 1804 wurden die Saone auf etwa 800 Stammesmitglieder geschätzt. Zu dem Zeitpunkt lebten sie an beiden Seiten des Missouri Rivers unterhalb des Beaver Creeks in North Dakota. Man nimmt an, dass die Itazipco sich nach 1800 nördlich der Black Hills niederließen. Gemeinsam mit den Hunkpapa, Minneconjou und Oglala verdrängten sie um 1850 die Absarokee aus dem Gebiet des Powder Rivers. Nach wiederholten Auseinandersetzungen um den Landbesitz, zogen sich die Absarokee schließlich nach Westen in die Rocky Mountains zurück.

1867 leisteten die Itazipco unter ihrem Häuptling Spotted Eagle am Wagon Box Fight der US-Armee erbitterten Widerstand. Am 2. August 1867 stand eine Truppe von 31 Soldaten unter Captain James Powell einer Übermacht von etwa 2.000 Sioux-Kriegern, darunter auch Sans Arc, gegenüber. Unter Häuptling Red Cloud wollten sie einige der am Bozeman Trail errichtete Forts überfallen. Nachdem mehrere Versuche Fort Phil Kearny zu erobern scheiterten, versuchte es Red Cloud mit einer List. Scheinbar sollte ein Holzfällerlager, welches sich in der Nähe befand und unter dem Schutz der Truppe von Captain Powell stand, überfallen werden. Einige Monate zuvor war die Armee im Westen nach dem Fetterman-Massaker mit modernen Repetier-Gewehren ausgerüstet worden. Diese Gewehre ließen eine schnellere, weittragende Schussfolge zu. Eiligst wurde eine Wagenburg errichtet, hinter die sich Soldaten und Holzfäller zurückziehen konnten. Nachdem sie die Räder der Wagen abmontiert hatten, fanden sie dort ausreichend Deckung. Unter den mehrmals angreifenden Lakota-Kriegern richteten sie so ein Blutbad an. Binnen kürzester Zeit fanden über 60 Indianer den Tod. Der Rest flüchtete, nachdem Verstärkung aus Fort Phil Kearney anrückte. Als Wagon Box Fight ging dieses Gefecht in die Geschichte ein. Von der US-Propaganda und teilweise auch von der offiziellen Geschichtsschreibung wurde dieses Gefecht als großer Sieg der Armee gefeiert.

1876 waren die Sans Arc an den Schlachten am Rosebud und am Little Bighorn beteiligt. Am 17. Juni 1876 fand die Schlacht am Rosebud Creek in Montana statt. Unter General George Crook befanden sich 970 Mann der US-Kavallerie, verstärkt durch 260 Absarokee- und Shoshone-Scouts, auf einem Feldzug gegen die Sans Arc, Lakota und Cheyenne. Da die Absarokee und Shoshone alte Feinde der Lakota waren, hofften sie auf diese Weise verlorenes Stammesgebiet zurückzuerobern zu können. Crooks Truppe wurde überraschend vom indianischen Gegner unter Häuptling Crazy Horse angriffen. Die Sans Arc, Teton, Lakota und Cheyenne zählten etwa 1.500 Krieger. Nur mühsam konnten die US-Amerikaner eine Niederlage abwenden. Nach einigen Stunden bekamen sie Hilfe von mehreren Kompanien, die Crook zuvor auf die Suche nach dem Lager der Indianer geschickt hatte. Die Lakota und Cheyenne brachen den Angriff ab und zogen sich zurück, als diese Truppe den Rosebud-Canyon heraufgeritten kam. Auf Seiten der Amerikaner beliefen sich die Verluste auf 28 Tote, wo hingegen die Indianer insgesamt 36 Krieger verloren. Beide Seiten beanspruchten den Sieg für sich, obwohl objektiv gesehen, die Indianer einen taktischen Sieg errungen hatten. Acht Tage später kam es zu Custers verheerender Niederlage am Little Bighorn River. Heute ist das Schlachtfeld im Rosebud Battlefield State Park in Bighorn County, Montana, zu besichtigen.

 

1868 hatte die US-Regierung im Vertrag von Fort Laramie den Sioux eine große, separate Reservation zugesichert. Jedoch wurde das Gebiet nach und nach verkleinert und in mehrere Teile zerschnitten. 1889 wurde die Cheyenne River Indian Reservation in South Dakota für vier Lakotastämme eingerichtet. Heute leben hier die Nachkommen der Itazipco, zusammen mit Angehörigen der Minneconjou, Sihasapa und Two Kettles. Genaue Zahlen über jeden einzelnen Stamm existieren jedoch nicht. Eine Volkszählung aus dem Jahr 2000 ergab, dass 9.064 Sioux in der Cheyenne River Reservation leben.


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