17.05.2012

 

Südöstliches Waldland

Lebensraum:

zwischen Appalachen und Everglades

Lebensunterhalt:

Mais, Bohne, Kürbis

Materieller Kulturbesitz:

Blasrohr, Keule, Tomahawk

Soziale Umwelt:

Totemistische Klane, Moieties, sakrales Häuptlingstum

Religion:

Priester, Medizinmann

Die Kulturprovinz des südöstlichen Waldlandes wird im wesentlichen von drei Landschaftsformen geprägt: dem südlichen Teil der Appalachen, der Mittelgebirgscharaktr aufweist, dem Piedmont-Gebiet, einem breiten, hügeligen Vorgebirge und der weiten flachen auch die Halbinsel Florida umfassenden Küstenebene unterhalb der Falllinie. Alle drei Landschaften waren in voreuropäischer Zeit mit dichten Wäldern bedeckt, so dass die hier lebenden Indianer ihre Felder mit ihren primitiven Werkzeugen in mühevoller Arbeit roden und anlegen mussten. Ein großer Teil der küstennahen Ebenen war die meiste Zeit des Jahres überschwemmt und für Dauersiedlungen ungeeignet.


In den Appalachen und im südwestlichen Piedmont-Gebiet lebten die Cherokee. Sie stehen sprachlich den Irokesen des Nordens nahe, sind jedoch kulturell den südöstlichen Stämmen zuzurechnen, die in ihrer Mehrheit aus den Muskogee sprechenden Chickasaw, Chocktaw und Creek bestehen. Weitere Südoststämme sind die Natchez und Tunica im unteren Mississippi-Tal, die Chitimacha und Atakapa an der Golfküste westlich der Mississippimündung und schließlich die Bewohner Floridas: im Norden die Timucua und im Süden die Calusa. Die letzteren sind der einzige Stamm, der keinen Bodenbau betrieb, sondern vom Sammeln und Fischfang lebte.

Die Zahl der Indianer des südöstlichen Waldlandes belief sich nach neueren Schätzungen zur Zeit der Ankunft der Weißen im 16 Jahrhundert auf etwa 150 000. Der heute bekannteste Stamm, derjenige der Seminolen, ist ein Mischvolk aus zahlreichen Splittergruppen von Muskogee sprechenden Stämmen, hauptsächlich Creek und geflohenen Negersklaven. Von allen genannten Stämmen lebt heute nur noch ein kleiner Teil in seiner alten Heimat: einige tausend Cherokee in den südlichen Appalachen, einige hundert Seminolen im innern Floridas und etwa 2500 Choctaw im Staate Mississippi, dazu einige verstreute kleine Gruppen von Creek, Biloxi, Chitimacha und Houma in Louisiana. Die meisten südöstlichen Waldland-Indianer wurden im Jahre 1834 nach Oklahoma deportiert, dem damaligen Indianerterritorium, wo sie heute noch mit 140 000 Köpfen den größten Anteil der indianischen Bevölkerung stellen.

Die dort zusammengepferchten Indianer, zu denen später zahlreiche Restgruppen von Präriestämmen kamen, haben im Laufe der Zeit ihre tribale Identität weitgehend verloren; an ihrer Stelle hat sich eine panindianische Solidarität gebildet, die allerdings nicht zuletzt wegen der heute relativ guten wirtschaftlichen Situation dieser Gruppen (Erdölfunde!) nicht sehr stark in Erscheinung tritt und keinesfalls als eine politische Bewegung gewertet werden darf.

 

zurück


© Indianer-Shop.de 2003-2012
Umsetzung - Indianer-Shop Esoterik-Links.de Counterservice und Webkatalog