18.05.2012

 

Subarktis

Lebensraum:

die nordamerikanische Taiga

Lebensunterhalt:

Jagd, Fischfang, Wildreissammeln

Materieller Kulturbesitz:

Rahmenschneeschuh, Toboggan, Rindenkanu

Soziale Umwelt:

Jagdhäuptling

Religion:

Manitu, Tierschutzgeister, Midewiwin-Bund

Die riesigen Waldgebiete der nordamerikanischen Subarktis, die sich von Zentralalaska bis zur Mündung des Sankt-Lorenz-Stromes erstrecken und damit den größten Teil Kanadas bedecken, wurden in voreuropäischer Zeit von nicht viel mehr als 30 000 Indianern, einfachen Jägern und Sammlern, bewohnt. Die Stämme westlich der Linie Winnipeg-See/ Hudson Bay werden zusammenfassend als Nord-Athapasken, die östlichen, Algonkin sprechenden Stämme als Nord-Algonkin bezeichnet. Kulturell gab es nur geringfügige Unterschiede zwischen den beiden Sprachgruppen.

Der ursprüngliche subarktische Kulturtypus hat sich am besten bei den athapaskischen Kutschin und ihren unmittelbaren Nachbarn in den Nordwest Territories im Gebiet des Großen Sklaven-Sees erhalten. Dagegen sind die alaskischen Athapasken starken Einflüssen aus dem höher entwickelten Küstengebiet (Eskimo, Nordwestküsten-Kulturen) ausgesetzt gewesen, die auf den Handel zwischen Binnenland- und Küstenbewohnern zurückzuführen sind. Auch die meisten athapaskischen Kordilleren-Gruppen British Columbias sind durch Kontakte mit Küstenstämmen in den kulturellen Ausstrahlungsbereich der Nordwestküsten-Kultur geraten. Die Sarsi, die wohl am weitesten nach Süden vorgestoßen sind, haben sich gar den Blackfoot der nördlichen Plains angeschlossen und sind zu einem Plainsstamm par excellence geworden.

Signifikante Einflüsse aus benachbarten, höher entwickelten Kulturen sind unter den Nord-Algonkin nur bei den Ojibwa bemerkbar. Ob die Beothuk, die ausgestorbenen Bewohner Neufundlands, dem ursprünglichen subaktischen Kulturtypus näher standen als andere Algonkinstämme Kanadas, wie die Cree oder Naskapi, vermag niemand zu sdagen. Es scheint jedoch sicher, dass die Beothuk in ihrem isolierten Wohngebiet noch manche älteren Lebensformen bewahrt haben, die ihren Nachbarn auf dem Festland als Folge der Ausbreitung des so genannten Schneeschuhkomplexes verloren gegangen sind.

Dieser Schneeschuhkomplex, den man sich – unbewiesenermaßen – als einen von außen (Sibirien) gekommenen Komplex von technischen Erfindungen, die sich im Gefolge der Einführung des Rahmenschneeschuhs entwickelten, vorstellt, hat zweifellos wesentlich dazu beigetragen, die Lebensverhältnisse der subarktischen Indianer zu verändern. Der Rahmenschneeschuh, ein runder Holzrahmen mit einigen Querstäben und Lederriemen, erlaubte dem Indianer auch im Winter bei tiefem Schnee der Jagd nach zu gehen. Dadurch konnte der stets gefährdete Lebensunterhalt, der sich bis dahin im Winter ausschließlich auf die Eisfischerei gestützt hatte, besser gesichert werden.

 

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