"Wenn dies die Zivilisation ist, die uns dort erwartet", sagte sie einmal, "gebe Gott, dass wir nie in eine Reservation gehen müssen."
Am liebsten hätte sie ihre Leute per Schiff nach Ellis Island gebracht, um ihnen als Einwanderern die vollen Bürgerrechte ohne wenn und aber zu verschaffen.
Nach der Umsiedlung der Northern Paiute in die - nomen est omen - Malheur Reservation in Oregon gerieten sie 1876 in die Klauen des Agenten William Rinehart, der die dürftigen Erträge ihrer noch jungen Landwirtschaft konfiszierte und es nicht für nötig hielt, die Paiute zu konsultieren, als er ihr bestes Land an Weiße verpachtete. Damit trieb er viele von ihnen auf die Seite der Bannock, die sich 1878 gegen die Weißen erhoben.
Sarah vermochte zwar als Dolmetscherin der Armee die Gruppe ihres Vaters aus dem militärischen Konflikt herauszuhalten, die meisten ihrer Verwandten aber wurden nach Ende des Bannock-Kriegs auf die Yakima Reservation in Washington verbannt, wo sie ein elendes Dasein fristeten. Obwohl Sarah die Zusage des Innenministers zur Rückkehr der Paiute in ihre Heimat erhielt, erging gleichzeitig die Order aus Washington, die Paiute seien unter keinen Umständen freizulassen.
Wie sehr man in Washington Sarahs öffentliche Kritik fürchtete, wird an der vulgären Kampagne deutlich, mit der das Bureau of Indian Affairs (BIA) sie als ständig betrunkene, sexuell freizügige und gewalttätige Spielerin zu diffamieren suchte. Ihr aufbrausendes Temperament, vier unglückliche Ehen und die den Paiute eigene Neigung zum Glücksspiel boten genügend Stoff für böswillige Gerüchte.
1883/84 hielt sie in Städten an der Ostküste über 300 Vorträge, in denen sie einem breiten Publikum die Anliegen ihres Volks näher brachte und Spenden sammelte. Ihrer Bekanntschaft mit den reichen Schwestern Elizabeth Peabody (1804-1894), einer bekannten Schulreformerin, und Mary Mann verdanke sie die Einführung in das politische und intellektuelle Establishment von Neuengland. Die Schwestern halfen bei der Finanzierung von Sarahs Schulprojekt in Nevada, wo die von ihr zweisprachig unterrichteten Paiute-Kinder bemerkenswerte Fortschritte machten.